Piraten setzen die etablierte Lokalpolitik unter Druck - und das ist gut so

Es ist gut, dass es die Piraten gibt; und es ist gut, dass es nun den Gladbecker Listenplatz-Spitzenpiraten Thomas Weijers gibt. Denn die Piraten setzen die etablierte Politik auch im lokalen Umfeld unter Druck. Und das ist gut für eine aufgeschlossene und offene Atmosphäre in der Stadtgesellschaft.


Ein über viele Jahre eingeübtes Vorgehen führt dazu, dass in anderen Parteien oft nicht die besten Köpfe, sondern die verlässlichsten Parteiarbeiter und am besten vernetzten Apparatschiks auf die aussichtsreichen Kandidatenplätze kommen. Das gilt sowohl für die Kommunalpolitik als auch für Landes- und Bundespolitik. Beispiel dafür gibt es auch in Gladbeck. Die Piraten entfachen einen frischen Gegenwind, auch wenn sie sicher keine Patentrezepte parat haben.

Doch schon jetzt haben sich die Piraten lokalpolitisch bewährt: Ihr Nachfragen und Nachhaken zur verspäteten Abrechnung von Feuerwehr-Rettungsdienstleistungen (mit einer offiziell bestätigten sechsstelligen Schadenssumme für den Stadt-Etat) war sachlich gerechtfertigt und lokale Oppositionsarbeit im besten demokratisch-transparenten Sinne: Lokale Oppositionsarbeit, die keine Rücksicht nehmen will und muss auf die Netzwerke von Strippenziehern und Amtsinhabern.


Wenn die Piraten in diesem Sinne und an der Sache orientiert weitermachen, werden sie aller Voraussicht nach in absehbarer Zeit im Gladbecker Rat ihren Anker werfen. Gladbeck würde das gut tun. Die anderen Parteien seien vor Hochmut gewarnt – auch die Grünen haben mal in Turnschuhen angefangen.