Pilkington-Gleisanschluss: Radweg statt Dornröschenschlaf

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Das Bündnis Oberhausener Bürger (BOB) befürwortet eine Radwegeverbindung auf der einspurigen Güterverkehrsstrecke vom Gasometer Oberhausen bis nach Bottrop-Nord. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Unternehmen Pilkington (Gladbeck) dieses Gleis nicht mehr braucht. Gespräche dazu laufen.

Gladbeck / Oberhausen..  Derzeit gibt es Gespräche zwischen dem Gladbecker Unternehmen Pilkington und der Deutsche Bahn Netz AG, ob der Gleisanschluss des Glasherstellers im Nordwesten Gladbecks noch gebraucht wird.

Das bestätigte ein Sprecher der DB Netz AG gegenüber der WAZ. Mittlerweile habe der Glashersteller sein Produktionskonzept umgestellt, so dass es derzeit auf dem Gleis keine Zugfahrten mehr gebe. Der Bahnsprecher weiter: „Was mit dem Gleis künftig passiert, ob es wieder genutzt oder zurückgebaut wird, ist im Moment offen. Dazu finden aktuell Gespräche zwischen der Deutschen Bahn und der Firma statt.“

Antrag an Bezirksvertretung in Oberhausen-Osterfeld

In Oberhausen sorgt diese Nachricht jetzt durchaus für Aufsehen, denn das Bündnis Oberhausener Bürger (BOB) hat bereits eine Idee dazu und einen entsprechenden Antrag in der Bezirksvertretung Oberhausen-Osterfeld eingebracht. BOB befürwortet eine Radwegeverbindung auf der einspurigen Güterverkehrsstrecke vom Gasometer bis nach Bottrop-Nord. Die Strecke zwischen dem Gasometer – über den Haltepunkt Gartendom/Olga und Osterfeld-Nord bis nach Bottrop-Nord – sei für eine Radwegeverbindung hervorragend geeignet, heißt es in dem besagten Antrag.

Die Verwaltung der Stadt Oberhausen wurde bereits beauftragt, eine Grundlagenermittlung für eine solche Radwegeverbindung samt Kostenschätzung zu erstellen und ein Machbarkeitskonzept vorlegen.

Auf vielen Abschnitten der Trasse wächst inzwischen dichtes Gestrüpp, sind Brombeeren reif für die Ernte.

Die Gleisstrecke in Richtung Gladbeck versinkt immer mehr in einen Dornröschenschlaf. Lange Zeit wurde über diese Schienenverbindung der zur Glasgewinnung benötige Quarzsand in Richtung Gladbeck-Rentfort geliefert.

Immer wieder mal wurde auch über eine andere Nutzung der Strecke nachgedacht, so wurde sie beispielsweise anlässlich verschiedener Veranstaltungen für Fahrten mit einem historischen Zug genutzt, erinnert sich der Oberhausener Walter Paßgang: „Vor einigen Jahren hatte der Bürgerring Osterfeld die Idee, auf den Gleisen Draisinen-Rennen zu veranstalten. Das lehnte die Bahn damals aber ab.“

Mit kuriosem Zwischenstopp

Kurios ist an der Strecke, dass der tägliche Güterzug am unbeschrankten Bahnübergang Koppenburgstraße in Oberhausen stoppen musste, ein Zugbegleiter ausstieg und den Autoverkehr anhielt, damit der Zug passieren konnte.

 
 

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