Pendeln per Pedal: Im Büro wartet das Sakko

Gladbecks Sparkassen-Chef Ludger Kreyerhoff steigt gern aufs Fahrrad, um zur Arbeit zu fahren.
Gladbecks Sparkassen-Chef Ludger Kreyerhoff steigt gern aufs Fahrrad, um zur Arbeit zu fahren.
Foto: WAZ
In der aktuellen Serie der WAZ zum Thema Mobilität geht es in dieser Folge um das Pendeln zum Arbeitsplatz - mit dem Fahrrad.

Gladbeck.  Vom Fahrradsattel direkt ins Chef-Büro; dort liegen Anzughose an und Sakko bereit. Kurzes Umziehen. Und der Arbeitstag kann starten. Sparkassen-Chef Ludger Kreyerhoff zählt zu den Umsteigern - so oft es geht fährt er mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Ja, es gibt sie. Diese konsequenten Umsteiger in Gladbeck. Neben Ludger Kreyerhoff gehören zum Beispiel auch Dr. Dieter Briese und Frank Restemeyer (beide aus der Stadtverwaltung) dazu. Auch sie sieht man frühmorgens vor Dienstbeginn auf der Postallee in Richtung Innenstadt radeln. Profi-Pendler per Pedal - mit festem Willen in die Praxis umgesetzt.

Die Route Wohnhaus-Arbeitsplatz ist für Ludger Kreyerhoff zum Beispiel rund drei Kilometer lang. Sobald das Wetter einigermaßen mitspielt, wechselt der Sparkassen-Chef vom Auto auf das Fahrrad. Dann geht es durch Schultendorf, die Talstraße entlang und über die Postallee in Richtung City. „Ich ziehe das wirklich durch. Nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter, soweit das Wetter einigermaßen trocken ist“, sagt Kreyerhoff. Seine Argumentation: „Ich spare auf diese Weise die Kosten fürs Autofahren, ich tue etwas für meine Gesundheit und ich helfe damit der Umwelt.“

Kosten, Gesundheit, Umweltschutz - das zählt

Kosten, Gesundheit, Umweltschutz - das zählt. Das meint auch Pascale van den Berg von der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e.V., der Gladbeck bereits seit dem Gründungsjahr 1993 angehört. „Die Förderung der nicht-motorisierten Nah-Mobilität in einem Radius unter fünf Kilometern - das ist unser großes Thema und Anliegen“, sagt Pascale van den Berg.

Und sie meint, dass die gesellschaftlichen Vorzeichen für dieses Anliegen durchaus günstig stehen. „Wir alle schauen ja zum Beispiel auf die Spritpreise an der Tankstelle und sagen uns, da fahre ich mal lieber mit dem Fahrrad zum Brötchenholen oder zur Firma“, sagt die Fachfrau von der Arbeitsgemeinschaft.

„Leute wollen fitter werden“

Eine ähnliche Argumentation ergebe sich auch unter den Gesichtspunkten Gesundheit, Umweltschutz und auch Tourismus - „Überall spielt der Gedanke des vermehrten Fahrradfahrens eine wichtige Rolle. Die Leute wollen sportlicher und fitter werden, sie wollen etwas für die Umwelt tun und sie starten auch vermehrt in Kurz-Urlaube - das spielt das Fahrrad stets eine große Rolle.“

Dass die vor fast 20 Jahren gegründete Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise keineswegs eine Idee von gestern ist, beweisen auch die Neuzugänge - 2012 kamen zum Beispiel der Kreis Warendorf in Ostwestfalen, aber auch Rees am Niederrhein und die Ruhrgebiets-Kommune Herten dazu.

Ludger Kreyerhoff meint, dass sich Gladbeck in Sachen Radfahren mittlerweile durchaus mit dem Münsterland und seinen Kommunen messen könne.

Wenn er am Wochenende auf das Rennrad umsteigt, muss er allerdings besonders aufpassen: „Bei all den Straßenschäden und Schlaglöchern, die es in der Region mittlerweile gibt, kann man mit dem Rennrad ganz schnell im Straßengraben landen. . .“

 
 

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