Parallele Lebenswelten

Zu Ostern werden die Kirchenglocken laut und mächtig läuten. An diesen Tagen scheint es, als sei alles in Ordnung in der Gladbecker Kirchenwelt. Obwohl da ja vieles nicht zum Besten steht, wie man weiß. Die Zahl der Kirchen schwindet ebenso wie die Zahl der Gemeindemitglieder. Unter den 75000 Einwohnern gibt es noch rund 28000 Katholiken, knapp 20000 Protestanten. Die Zahl der Muslime und der Moscheen dagegen wächst.

Die Gladbecker Welt wird nicht aus den Fugen geraten, wenn der Ruf des Muezzin vom Minarett erklingt. Doch die Debatte, die damit losgetreten wurde, zeigt: Selbstverständlich finden das viele Gladbecker noch nicht. Und deutlich wird erneut, dass eine türkisch-sprechende Parallelwelt existiert, zu der aus sprachlichen Gründen der Zugang fehlt. Wo kein Dialog möglich ist, fällt aber das Verständnis schwer. Wenn Muslime in der Gladbecker Welt heimisch werden wollen, müssen sie sich auf sie zubewegen. Viele, aber längst nicht alle, tun das bereits. Sie leben gut in beiden Welten.

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