Neue Rathaus-Regelung - wer raucht, stempelt künftig aus

Die schnelle Pausen-Zigarette ist auch am Rathaus weiter möglich - allerdings müssen die Beschäftigten ab Montag ausstempeln, bevor sie zum Feuerzeug greifen
Die schnelle Pausen-Zigarette ist auch am Rathaus weiter möglich - allerdings müssen die Beschäftigten ab Montag ausstempeln, bevor sie zum Feuerzeug greifen
Foto: Essen
Für Raucher unter den Rathausmitarbeitern gilt eine neue Regelung: Wer raucht, stempelt aus. Gladbeck folgt damit ähnlichen Regeln in anderen Städten.

Gladbeck..  Ab Montag gilt für die rund 1000 Beschäftigten der Stadtverwaltung eine neue Regelung: Wer zum Rauchen rausgeht, muss künftig ausstempeln. Bürgermeister Ulrich Roland hat eine solche dienstliche Anweisung gegeben, die entsprechend auch im Mitteilungsblatt an die Beschäftigten bereits veröffentlicht wurde.

Die neue Regelung gilt sowohl für verbeamtete als auch für angestellte Kräfte; und sie gilt für alle Hierarchie-Stufen in der Gladbecker Stadtverwaltung - bis hinauf zur Stadtspitze und Dezernenten-Ebene.

Mit Hilfe der neuen Regelung soll künftig Konflikt-Fällen in der Belegschaft vorgebeugt werden, denn in jüngerer Vergangenheit gab es immer wieder vereinzelte Beschwerden von nicht-rauchenden Mitarbeitern, die die Frage stellten, ob es denn richtig sei, dass die rauchenden Kollegen nicht ausstempeln müssten, wenn sie hinausgingen, um draußen - außerhalb der Büroräume - eine Pausen-Zigarette zu rauchen.

Vor diesem Hintergrund sah sich jetzt der Bürgermeister zu der neuen Regelung veranlasst, die eine strikte Ausstempel-Pflicht vorsieht, die auch mit der Möglichkeit einer Ermahnung bzw. Abmahnung verbunden ist, wenn die Beschäftigten sich vor der Rathaus-Tür eine Zigarette anzünden, aber dem Ausstempeln nicht nachkommen.

Personalrat bezog Gegenposition

Personalrat-Chef Bertram Polenz erklärte am Freitag im Gespräch mit der WAZ, dass sich der Personalrat gegen die Ausstempel-Pflicht ausgesprochen habe, weil man nicht ein „Klima des Misstrauens“ und der gegenseitigen Kontrolle befördern wolle, sondern auf das gegenseitige Verständnis in der städtischen Belegschaft setze.

Leider sei man mit dieser Position aber nicht zum Zuge gekommen; die Stadtspitze habe sich dazu entschieden, die neue Regelung mit Wirkung zum 1. März einzuführen.

Auch in anderen Städten der Region und des Kreises Recklinghausen gilt längst eine solche Ausstempel-Pflicht für Raucher in den öffentlichen Verwaltungen. Insofern zieht Gladbeck jetzt nach. Und so erläutert Bertram Polenz auch: „Der Bürgermeister hat hier also keineswegs etwas Einzigartiges veranlasst, sondern sich an anderen Städten der Region orientiert.“

Die neue Regelung dürfte all jene städtischen Beschäftigten, die nicht in Büros, sondern im praktischen Einsatz draußen arbeiten (etwa ZBG-Arbeiter) sowieso kalt lassen - sie dürfen nach wie vor auch während der Arbeitszeit rauchen, weil sie sich ja nicht im geschlossenen Raum aufhalten.

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