Neue „Mosaikschule“ entsteht in Gladbeck

Die Uhlandschule (Bildmitte ganz links) und die Vinzenzschule (Bildmitte ganz rechts) liegen in direkter Nachbarschaft.
Die Uhlandschule (Bildmitte ganz links) und die Vinzenzschule (Bildmitte ganz rechts) liegen in direkter Nachbarschaft.
Foto: RVR
Der Schulausschuss folgte dem Namensvorschlag der Schulkonferenzen. Neue Gemeinschaftsgrundschule entsteht nach Fusion der Vinzenz- und Uhlandschule.

Gladbeck.  Nach den Sommerferien entsteht in Gladbeck eine neue Gemeinschaftsgrundschule in Butendorf. Sie soll den Namen „Mosaikschule“ erhalten. Die neue Schule setzt Altbekanntes fort, denn sie entsteht durch Zusammenlegung der katholischen Vinzenzschule und der evangelischen Uhlandschule, die ab dem neuen Schuljahr 2015/16 fusionieren.

Die Zusammenlegung war bereits Anfang 2013 beschlossen worden, wobei die alten Schulstandorte beibehalten werden. Welche Ausrichtung die neue Primarschule erhält, ob sie Bekenntnis-, Weltanschauungs- oder Gemeinschaftsgrundschule wird, darüber hatten die Butendorfer Eltern bereits im Juni 2014 in geheimer Wahl abgestimmt. Danach stand fest, dass die Tradition der Konfessionsschulen im Stadtteil endet und die neue Schule eine Gemeinschaftsgrundschule wird (siehe Zweittext).

Die weitere zu klärende, spannende Frage war dann, wie die neue Großschule heißen soll. Dazu wurden sowohl an der Uhland- wie an der Vinzenzschule intern je fünf Vorschläge gesammelt und von den beiden Schulkonferenzen je ein Favorit ausgewählt.

An der Horster Straße einigte man sich auf „Glückaufschule“. Erinnernd an die Bergbautradition, mit der die ehemalige Moltkeschule einst groß geworden war, in deren unmittelbarer Nachbarschaft ja auch die Glückaufstraße liegt.

An der Vinzenzschule erhielt der Vorschlag „Mosaikschule“ die meisten Stimmen. Dieser setzte sich letztlich auch bei der gemeinsamen, paritätisch besetzten Schulkonferenz (je sechs Lehrer und Eltern) der Nachbarschulen durch.

Die Mehrheit sei der Argumentation gefolgt, „dass Mosaikschule das Zusammenwachsen der beiden Standorte und die multikulturelle Vielfalt der Menschen im Stadtteil am besten abbildet“, so Vinzenz-Rektorin Ute Kirsten im Gespräch mit der WAZ.

Abgestimmt wurde Mitte Februar zudem, welcher Träger künftig das offenene Ganztagsangebot (OGS) der neuen Schule fortführen soll. Hier ist in Verhandlungen mit den beiden bisherigen Trägern deutlich geworden, dass die größer aufgestellte AWO besser in der Lage ist, die Mitarbeiter des anderen Trägers (Caritas) zu guten Arbeitsbedingungen zu übernehmen.

Der Schulausschuss stimmte am Dienstagnachmittag den Vorschlägen der Schulkonferenzen zu. Jetzt steht noch die formelle Zustimmung der Bezirksregierung Münster zur neuen Mosaikschule wie OGS aus, die sicherlich noch vor den Sommerferien erwartet werden kann.

Auf der Grundlage christlicher Werte 

Im Schulgesetz NRW ist geregelt, wie die Art einer neuen Grundschule bestimmt wird.

Laut § 27, Absatz 2, bestimmen bei der Errichtung einer Grundschule „die im Gebiet des Schulträgers wohnenden Eltern, deren Kinder für den Besuch der Schule in Frage kommen, in einem Abstimmungsverfahren die Schulart“.

Ein Abstimmungsverfahren zur Fusion der Vinzenz- und Uhlandschule wäre nicht erfolgt, „wenn allein Gemeinschaftsschulen oder Schulen desselben Bekenntnisses oder derselben Weltanschauung zusammengelegt werden (Ab. 5)“.

Auf dem Stimmzettel konnten die Eltern in geheimer Wahl ankreuzen (je Kind eine Stimme), ob sie sich in Butendorf künftig eine Gemeinschaftsschule, eine religiös geprägte Bekenntnisschule oder eine Weltanschauungsschule (ohne Religionsunterricht) wünschen.

Die jetzt mehrheitlich gewählte Art der Gemeinschaftsgrundschule bedeutet indes nicht, dass Religion künftig keine Rolle mehr an der Mosaikschule spielt.

Denn laut § 26 werden die Schülerinnen und Schüler in Gemeinschaftsschulen „auf der Grundlage christlicher Bildungs- und Kulturwerte in Offenheit für die christlichen Bekenntnisse und für andere religiöse und weltanschauliche Überzeugungen gemeinsam unterrichtet und erzogen“.

 
 

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