Neue Messstation belegt Luftbelastung an B 224 in Gladbeck

Die neue LANUV-Messstation rückt die Belastung der Atemluft durch den Verkehr auf der B 224 in den Blickpunkt.
Die neue LANUV-Messstation rückt die Belastung der Atemluft durch den Verkehr auf der B 224 in den Blickpunkt.
Foto: FUNKE Foto Services
Die neue Atemluft-Messstation an der B 224 befeuert die Autobahndebatte, denn sie belegt schon jetzt die enorme Luftbelastung in Gladbeck.

Gladbeck..  Umweltzonen, Katalysatoren, Tempolimits – trotz all dieser Maßnahmen ist die Abgasbelastung der Atemluft weiterhin enorm und die vorgeschriebenen EU-Grenzwerte werden oft überschritten.

Das zeigen nicht nur jüngste Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA), das zeigen auch die ersten Mess-Ergebnisse der neuen Messstation des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) an der B 224 in Höhe Goethestraße. Diese Station misst die Luftbelastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid.

Stichwort: Feinstaub. Die feinen Partikel sind meist nur 0,1 Mikrometer, also ein zehntausendstel Millimeter, groß und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Gerade die ultrafeinen Teilchen gelten jedoch als besonders gefährlich. Schlecht gefilterte Dieselabgase, aber auch der Abrieb von Reifen, Bremsen und Straßenbelag lösen Feinstaub aus. Atemweginfektionen bis hin zu chronischer Bronchitis und Herzinfarkt können die Folge sein.

Gladbeck bei den Feinstaubwerten in NRW auf dem 2. Platz zusammen mit Hagen

Die mittlere Feinstaub-Belastung an einem Tag darf maximal an 35 Tagen pro Jahr höher als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sein. So schreibt es die EU vor. Die neue LANUV-Messstation belegt nun, dass Gladbeck, wenn es um die Feinstaubwerte geht, offenbar zu einem der mit am meisten belasteten Punkte in ganz NRW gehört und die EU-Grenzwerte oft überschreitet.

Für 2016 hat die Station bereits fünf solcher Überschreitungstage festgestellt, nur die Gelsenkirchener Kurt-Schumacher-Straße hat einen Tag mehr vorzuweisen. Gladbeck liegt gleichauf mit dem Graf-von-Galen-Ring in Hagen und noch vor der Gladbecker Straße (B 224) in Essen (vier Überschreitungstage).

Stichwort: Stickstoffdioxid. Der Jahresmittelwert der Stickstoffdioxid-Belastung darf 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten. Hierzu sind also verlässliche Aussagen für Gladbeck erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Die Grenzwerte werden derzeit laut LANUV aber noch an sehr vielen Messstellen an stark befahrenen Straßen in NRW überschritten. Alles spricht dafür, dass das auch an der B 224 in Höhe Goethestraße so ist. Am Donnerstag lagen bei günstigem Wetter die Stickstoffdioxidwerte in der Tabelle im eher unbedenklichen Bereich.

Autoabgase werden zu 60 Prozent für die Stickstoffdioxidbelastung in Innenstädten verantwortlich gemacht, auf Diesel-Pkw entfallen davon rund zwei Drittel. Stickstoffdioxid kann Schleimhäute angreifen sowie Husten, Atembeschwerden und Augenreizungen auslösen.

 
 

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