Multitalent in Sachen Kunst

Der Bühnenbildner, Regisseur und Schauspieler Elmar Gehlen zeigt im Kunstmuseum Gelsenkirchen Arbeiten aus seinem Bühnschaffen in Malereien und Modellen sowie erstmals auch kinetische Objekte.Foto: Martin Möller
Der Bühnenbildner, Regisseur und Schauspieler Elmar Gehlen zeigt im Kunstmuseum Gelsenkirchen Arbeiten aus seinem Bühnschaffen in Malereien und Modellen sowie erstmals auch kinetische Objekte.Foto: Martin Möller
Foto: WAZ FotoPool
Von der CD bis zum Bühnenbild: Das Kunstmuseum Gelsenkirchen zeigt ab Sonntag ganz verschiedene Arbeiten von Elmar Gehlen.

Gelsenkirchen..  Er ist ein Multitalent in Sachen Kunst. Kaum etwas, was er nicht macht, nicht kann. Deutschlandweit ist er vor allem als Schauspieler bekannt. In Gelsenkirchen hinterlässt er schon seit ein paar Jahren regelmäßig am Musiktheater im Revier seine Spuren. Einige davon sind jetzt nicht auf der Bühne zu sehen, sondern im Kunstmuseum.

Im Grafikkabinett sind Arbeiten Gehlens für die Bühne ausgestellt. So gestaltete er 2008 die Bühnenprospekte für die „Entführung aus dem Serail“. Sowohl seine Entwürfe, als auch einige Arbeiten sind in die Ausstellung eingegangen. Doch Gehlen beschränkt sich nicht nur auf die Zweidimensionalität. Auch Objekte werden gezeigt, wie etwa ein Schaukelstuhl, der in einer Ecke des Raumes steht. Eine kinetische Arbeit mit dem Titel „die Tante“ aus dem Jahr 1989 und entstanden für die Oper „Hin und Zurück“, die beginnt, sich zu wiegen, sobald man davor steht. Die roten Pumps davor deuten tänzerische Bewegungen an, die leise Tanzmusik, die aus einem Lautsprecher ertönt, rundet die Szenerie ab und lässt bei dem Betrachter die Gedanken schweifen. Ein sehr berührendes Kunsterlebnis.

Im Untergeschoss vor den Werkräumen geht die Schau weiter. Dort dominieren zunächst zwei großformatige Arbeiten, beide aus der „Entführung aus dem Serail“. Beide sind sehr abstrakt, überzeugen aber durch Komposition und Farbe, entführen in fantastische Welten und ziehen den Betrachter in ihren Bann.

Doch auch Kleines gibt es hier zu entdecken. Und das genaue Hinsehen lohnt. In einer Vitrine nämlich wird gezeigt, wie vielfältig Elmar Gehlen arbeitet. Dort sind Musik-CDs zu sehen, denn der Schauspieler ist auch musikalisch aktiv, und kleine, schrille Arbeiten. „Da habe ich die Autogrammkarten meiner Kollegen von der Küstenwache verfremdet“, lacht Elmar Gehlen und stellt klar, „die Originale habe ich denen gegeben und sie haben sich sehr gefreut“.

Abgerundet wird die Werkschau von kleinen Landschaftszeichnungen, zu denen Elmar Gehlen immer wieder zurück findet. Die gezeigten sind daher die aktuellsten Arbeiten der Ausstellung. „Ich habe ganz früher bei einem Landschaftsmaler gelernt, bevor ich Dekorateur und Grafik gemacht habe. Das ist in einem drin. Wenn ich mit dem Segelboot unterwegs bin, male ich im Vorbeisegeln diese Bilder.“ Interessant daran ist, durch den ständigen Wechsel der Perspektive des Malers ergibt sich, dass es die Landschaften, die er malt, in der Form gar nicht gibt.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Elmar Gehlen wird am Sonntag, 3. Juni, um 11.30 Uhr im Kunstmuseum an der Horster Straße eröffnet und läuft bis zum 8. Juli. Das Multitalent wird selbst nicht nur bei der Eröffnung dabei sein, Gehlen wird auch seinen Facettenreichtum unter Beweis stellen und selbst eine musikalische Eröffnung der Schau bieten.

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