Münster zeigt die rote Karte

Europäisches Umweltrecht verlangt die Einrichtung von Umweltzonen. Foto: Michael Kappeler/dapd
Europäisches Umweltrecht verlangt die Einrichtung von Umweltzonen. Foto: Michael Kappeler/dapd
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Gladbeck..  Rote Karte der Bezirksregierung Münster für den Gladbecker Haupt- und Finanzausschuss: Zu dem von Gladbeck geforderten Umweltzonen-Zuschnitt wird es nicht kommen.

Der Ausschuss hatte im Mai die Forderung erhoben, dass im Zuge des Luftreinhalteplans Ruhrgebiet das gesamte Stadtgebiet Gladbeck inklusive B-224-Trasse als Umweltzone ausgewiesen wird. Die Bezirksregierung Münster lehnt diese Forderung klar ab. Es bleibt nun bei der bisherigen Grenz-Ziehung, wonach alle Bereiche südlich der Linie Hegestraße, Sandstraße, Konrad-Adenauer-Allee zur künftigen großen Umweltzone Ruhrgebiet zählen - mit Ausnahme der B-224-Trasse und der Autobahn 2.

„Ein Widerspruch gegen diese Entscheidung der Bezirksregierung ist nicht möglich“, ergänzte Dezernent Dr. Thomas Wilk in der jüngsten Umweltausschuss-Sitzung, nachdem sich unter den Mitgliedern des Gremiums deutlicher Unmut über diese Nachricht aus Münster verbreitet hatte.

Luftreinhalteplan Ruhrgebiet - das ist keineswegs ein theoretisches Unterfangen, sondern handfeste Praxis für die nächsten Jahre: Denn aus dem derzeitigen Flickenteppich der Umweltzonen soll eine große, einheitliche Umweltzone Ruhrgebiet werden. Diese Umweltzone umfasst alle Bereiche mit zu hohen Belastungen durch die Schadstoffe Feinstaub und Stickstoffdioxid.

Am 1. Januar 2012 soll die Umweltzone Ruhrgebiet in Kraft treten, die dann gewissermaßen in mehreren Stufen so richtig „gezündet“ wird:

Ab 1. Januar 2013 dürfen nur noch Fahrzeuge mit gelber oder grüner Umweltplakette in die Umweltzone einfahren; ab 1. Juli 2014 ist es schließlich nur noch Fahrzeugen mit grüner Umweltplakette gestattet, die Umweltzone Ruhr zu befahren.

Autobahnen sind als große Verkehrsadern der Region ausgenommen, ebenso zentrale Straßenverbindungen mit autobahn-ähnlichem Charakter. So argumentiert jedenfalls die Bezirksregierung in Münster, die für Gladbeck bei dem Thema die Regie führt.

Und so ist es nun auch zu erklären, dass die B-224-Trasse in Gladbeck nicht zur Umweltzone zählt, obwohl gerade dies vehement von den Lokalpolitikern gefordert wurde, die zudem das gesamte Stadtgebiet einbeziehen wollten, um allen Gladbeckern - egal ob sie in Zweckel oder Brauck wohnen - die Schutzwirkungen der Umweltzone zukommen zu lassen.

Auf den besonderen B-224-Widersinn in Sachen Umweltzonen wiesen nun in der Umweltauschuss-Sitzung gleich mehrere Ausschuss-Mitglieder hin: In Essen zum Beispiel zählt die B 224 (Gladbecker Straße) zur dortigen Umweltzone, in Gladbeck dagegen gehöre sie nun nicht dazu, obwohl ein vergleichbares Verkehrsaufkommen auf den beiden B-224-Abschnitten zu verzeichnen sei.

Die Umweltzonen-Ausgestaltung in der gesamten Region wird also wohl noch für kontroverse Debatten sorgen - nicht nur in Gladbeck. . .

 
 

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