Mitreden und sich einmischen

Das neue Bürgerforum Gladbeck stellt sich vor.
Das neue Bürgerforum Gladbeck stellt sich vor.
Foto: WAZ FotoPool
Der Verein ging aus der A 52-Bewegung hervor, will nun in vielen Punkten mitreden. Mit den Gladbecker „Wutbürgern“ ist künftig auf jeden Fall häufiger und auch bei anderen Themen zu rechnen. Viele bekannte Gesichter gehören dazu.

Gladbeck..  Wie Bürger sich erfolgreich gegen eine unerwünschte Autobahn wehren können, das haben die A 52-Gegner in Gladbeck bereits gezeigt. Wer jetzt Ähnliches plant, sollte sich warm anziehen: Mit den Gladbecker „Wutbürgern“ ist künftig häufiger und auch bei anderen Themen zu rechnen. Gestern gründete sich das „Bürgerforum Gladbeck“ – ein Verein, der als Nachfolger aus dem „Bürgerforum A 52“ hervor geht und somit auf erprobte Mitglieder zählen kann.

Viele aus dieser Zeit bekannte Gladbecker Gesichter gehören dazu: Karl-Heinz Ochlast (NUR), Stephan Müller, Olaf Jung (Linke), Andreas Gastreich, Dieter Plantenberg (BiG). . . Worum es ihnen geht? „Um die Lebensqualität für die Bürger, sie zu erhalten und wenn möglich zu verbessern“. Matthias Raith (63) ist der Kopf des neuen Vereins, ein Jurist, der gerade frisch im Ruhestand ist und nun Zeit für dieses Engagement hat. Er und seine Mitstreiter haben im Zusammenspiel von Verwaltung und Politik eine „Marktlücke“ entdeckt, die das Bürgerforum besetzen will.

Formal klingt das so: „Wir wollen Bürgerinteressen bei maßgeblichen Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren basisdemokratisch und parteiübergreifend vertreten.“ Praktisch heißt das: Konstruktiv mitreden, sich einmischen und, wie beim A-52-Protest möglichst viele Bürger ins Boot holen. „Wir sehen unser Engagement auch als Demokratisierungsprozess“, formuliert der stellvertretende Vorsitzende Stephan Müller eine deutliche Ansage an die Politik.

Zur Durchsetzung seiner Anliegen hat sich der neue Verein einen gewichtigen Verbündeten gesucht. Der BUND (Bund für Natur und Umweltschutz) ist Kooperationspartner und steht damit für ein Programm, das umweltverträgliche Stadt- und Landschaftsplanung zum Inhalt und, so der Verein, das „Allgemeinwohl aller Bürger im Blick“ hat. Übrigens nicht nur bis zu den Stadtgrenzen. Wie die A-52-Ausbaupläne ja belegen, ist Gladbeck eben kein „gallisches Dorf“.

Apropos A 52: Das Thema steht als erstes auf der Agenda. „Der 25. März 2014 wird der Lackmustest“, kündigt Raith an. An diesem Tag läuft die zweijährige Frist für die Gültigkeit des Ratsbürgerentscheids ab und es wird sich zeigen, welche Haltbarkeit das Votum der Bürger hat. Zweifel bestehen nicht erst seit Verkehrsminister Groschek seine Vorschläge des „Runden Tisches“ vorgestellt hat, die den Autobahnausbau bis zur Stadtgrenze inklusive Autobahnkreuz vorsehen.

 
 

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