Mit der Kamera Liebeserklärung ans Revier

Ronald Colonier ist ein kreativer Tausendsassa. Er erstellt Filme, macht Musik, schreibt Texte und Gedichte.
Ronald Colonier ist ein kreativer Tausendsassa. Er erstellt Filme, macht Musik, schreibt Texte und Gedichte.
Foto: WAZ FotoPool
Der gebürtige Gladbecker Reinold Colonier verewigt das Ruhrgebiet in seinerYoutube-Serie „NRW - Wir lieben dich“. Die Mottbruchhalde wurde zum Videodreh bestiegen.

Gladbeck.. Es sind Liebeserklärungen an die Heimat – an die Menschen, an die Natur und an den Bergbau –, die Roland Colonier daheim an seinem multimedialen Arbeitsplatz zu kleinen Filmen veredelt. Quasi ein bewegtes Bilderbuch, das der gebürtige Gladbecker der Allgemeinheit zum ‘Durchblättern’ zur Verfügung stellt. „Unter dem Seriennamen - NRW wir lieben dich - habe ich bislang fünf Filme zu verschiedenen Themen auf Youtube hochgeladen, die über das Internet von jedermann angeschaut werden können“, erzählt der ehemalige Bergmann. Auch der Gladbecker Mottbruchhalde ist ein Filmclip gewidmet, die Colonier mit seinem Sohnemann Sven-Alexander (11) bestiegen und im Video verewigt hat.

Zunächst aufgewachsen in Brauck an der Elisabethstraße, noch ohne Künstlername als Ronald Klafzinski, hat der heute 57-Jährige einst als Bergmechaniker auf Hugo gelernt, nach zehn Jahren aber auf’m Pütt gekündigt, um künftig über Tage zu schaffen. Wo er im Sinne des Wortes dann später im Scheinwerferlicht stand, da er im Kirchhellener Studio der damaligen Bavaria (dem heutigen Moviepark) und am Hauptsitz in München alles zum Thema Film, Beleuchtung und Schneidetechnik lernte. Mittlerweile kümmert sich Colonier bei den Falken um die Technik des Spielmobils, das für Kinder und Jugendliche im Gelsenkirchener Stadtnorden unterwegs ist. Stichwort unterwegs: Im Emscher-Lippe-Raum dürfte der lebenslustige Ruhri einigen Menschen durch Auftritte am Keybord und Mikro seiner Formation „Die Tofften“ bekannt sein. Zudem begleitet Colonier das Rockorchester Ruhrgebeat (ROR) regelmäßig als Kameramann.

Sein filmisches Können wie das musikalische Know-how fließen im kleinen privaten Filmstudio in der Schüngelbergsiedlung, dem heutigen Privatdomizil, zusammen. Das Ergebnis sind gekonnte Filmclips, die sich sehen und hören lassen können. Genau 97 hat Colonier schon auf Youtube ins Internet geladen und „mindestens 100 sollen es diese Jahr noch werden“.

Klar, dass bei dem einstigen Kumpel auch das Steigerlied filmerisch in der Serie „NRW - Wir lieben dich“ nicht fehlen darf. Vorgetragen vom betagten Alfred „Don Alfredo“ Konter und seinen Freunden, dem einstigen Bahnwärter der Zechen- und Hafenbahn, der sich selbst als Gelsenkirchener Original mit dem von ihm verteidigten und liebevoll restaurierten Bahnwärterhäuschen an der Horster Straße in Beckhausen ein Denkmal setzte.

Bei der Videoschau wird dem Betrachter im Rund der singenden Knappen ein merkwürdiger sitzender Mann mit Papptüte überm Kopf auffallen. Der Papptütenmann ist Coloniers künstlerisches Alter Ego, mit dem er in Videoprojekten in Berlin oder München für Aufsehen sorgte. „Und an interessanten Film-Orten taucht der Tütenmann auch im Ruhrgebiet auf“, so Colonier.

Der Filmer ist ganz offensichtlich ein lustiger Vogel – apropos Piepmätze: die heimische Vogelwelt wurde im jüngsten Filmclip „Die Welt der Vögel in NRW“ abgelichtet.

 
 

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