Metin erntet scharfe Kritik für Äußerungen auf Facebook

Mehmet Metin (hinten im weißen Hemd) im Kreise ehemaliger Kandidaten für den Integrationsrat mit Bürgermeister Ulrich Roland (r.) und Bahtiyor Ünlütürk (2.v.l.), Vorsitzender der Integrationsrates.
Mehmet Metin (hinten im weißen Hemd) im Kreise ehemaliger Kandidaten für den Integrationsrat mit Bürgermeister Ulrich Roland (r.) und Bahtiyor Ünlütürk (2.v.l.), Vorsitzender der Integrationsrates.
Foto: WAZ FotoPool
Gladbecker Ratsherr greift auf seiner Seite im sozialen Netzwerk türkisch-stämmige Bundestagsmitglieder an. Lokalpolitiker und Bürgermeister empört.

Gladbeck. Der türkisch-stämmige Ratsherr Mehmet Metin, der für die „Gladbecker Bürger Liste“ (GBL) im Rat der Stadt sitzt und mit den Ratsherren von BIG und DKP die SBIG-Fraktion bildet, ist wegen polemischer Äußerungen im Internet gegen die türkisch-stämmigen Bundestagsabgeordneten vehement in die Kritik geraten.

"Das ist unsäglich und geht gar nicht"

Laut CDU beteiligt sich Metin nach der Resolution des Bundestages zum Völkermord an den Armeniern „völlig kritiklos“ an der polemischen Hetze türkischer Nationalisten gegen elf deutsche Bundestagsabgeordnete. „Das ist unsäglich und geht gar nicht“, schreibt CDU-Ratsherr Andreas Willmes.

Auf seiner Facebook-Seite zeigt Metin ein Plakat, auf dem die Abgeordneten abgebildet sind. Der Ratsherr äußert sich zustimmend zum türkischsprachigen Text, in dem es sinngemäß heißt: „Diese elf haben die Türkei verraten. Unser Vaterland wurde von Armenienbefürwortern verkauft. Wir wollen, dass die Türkei ihnen die Staatsbürgerschaft entzieht.“

Auch sonst werde, so Willmes, auf Metins in Türkisch gehaltenen Seiten gegen Oppositionelle gehetzt und die aktuelle türkische Politik verherrlicht. Ein solches Verhalten erinnere an eine Rassenideologie, die der Vergangenheit angehören sollte. Willmes: „Man fragt sich, welches Demokratieverständnis Metin hat.“ Dass sich ein Ratsmitglied für so etwas nicht zu schade sei, sollte alle Demokraten hellhörig werden lassen.

"Das sind keine demokratischen Gepflogenheiten"

Auch Bürgermeister Ulrich Roland kritisiert die polemische Kritik an den MdB als „absolut inakzeptabel.“ Selbstverständlich könne an dieser wie an anderen Entscheidungen des Bundestages sachliche Kritik geäußert werden. Genauso selbstverständlich verbiete es sich aber ausdrücklich, dass ein gewähltes Mitglied eines deutschen Stadtparlamentes andere gewählte Vertreter des deutschen Volkes in einer derart inakzeptablen Weise kritisiert und dazu auffordert, ihnen eine möglicherweise vorhandene doppelte Staatsangehörigkeit zu entziehen.

Roland begrüßt die Stellungnahme von Bundestagspräsident Lammert, der sich schützend vor die angegriffenen MdB gestellt hat. Kritik an den Metin-Äußerungen kommt auch von CDU-MdB Sven Volmering. „Das sind keine demokratischen Gepflogenheiten.“

Metin war am Tag der Recherche für die WAZ nicht erreichbar.

 
 

EURE FAVORITEN