Gladbeck

Methan soll über Drainage entweichen

Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck. . Allzu große Sorgen machen sich die meisten Ellinghorster wegen der erhöhten Methangas- und Kohlendioxid-Werte, die in der Halde gemessen worden sind, offensichtlich nicht. Nur knapp 20 Anwohner waren zur Informationsveranstaltung der Stadt ins Bildungshaus Albert Schweitzer gekommen.

Es gab allerdings auch keine großen Neuigkeiten: Das heutige Naturschutzgebiet zwischen Autobahn, Beisenstraße, Agnesstraße und Haarbach wurde in den 30er Jahren für den Bau der A 2 ausgeschachtet. Die Senke diente ab Mitte der 50er Jahre bis 1974 als städtische Mülldeponie. Bei den regelmäßigen Untersuchungen auf Boden-, Bodenluft- und Grundwasserverunreinigungen wurden 1991 erstmals auffällige Methangasanreicherungen im Deponiekörper festgestellt. Regelmäßige Untersuchungen in der Folgezeit erbrachten dann aber wieder sinkende Werte. Die Messungen im vergangenen Jahr sollten eigentlich die letzte Bestätigung bringen, die ehemalige Deponie aus dem Altlastenkataster der Stadt entlassen werden.

Stattdessen wurden an einigen der 35 Bodenluft-Messstellen die Grenzwerte für Methan und Kohlendioxid deutlich überschritten, erläuterte bei der Informationsveranstaltung Gutachter Dr. Werner Lindenberg von der Firma GeoConsult aus Bochum. Betroffen sind vor allem Bereiche südlich der Albert-Schweitzer-Schule und der Sportplatzes. Messungen im Schulgebäude zeigten normale Werte. Aber: „Man kann nicht ausschließen, dass die Gase wandern und sich beispielsweise über Risse ihren Weg in Keller oder Schächte suchen.“

Um Gefahren auszuschließen, soll in den betroffenen Bereichen zwischen Halde und Bebauung in einem Graben eine Drainage verlegt werden, über die das Gas entweicht und sich verflüchtigt. Außerdem wird die Deponie über Biofilter belüftet. Gebiete, die bisher unauffällige Werte aufweisen, werden weiter kontrolliert, neue Messstellen sollen hinzu kommen, beispielsweise in der Nähe des Neubaugebiets Rüttgerstraße. Die Sanierungs- und Sicherungskosten schätzt die Stadt auf 650.000 Euro. Fördermittel sind beantragt. Ob das Geld reicht, ist wegen der noch ausstehenden Messungen unsicher. Die Arbeiten starten voraussichtlich im Herbst dieses Jahres.

 
 

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