Mehr Männer in die Kitas

120 Luftballons für „Mehr Männer in Kitas“ stiegen am Mittwoch an der Marienstraße in den Himmel.
120 Luftballons für „Mehr Männer in Kitas“ stiegen am Mittwoch an der Marienstraße in den Himmel.
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck..  So ein Bild sieht man nicht alle Tage an der AWO-Kindertagesstätte Marienstraße: 120 orangene Luftballons stiegen dort am Mittwochvormittag in den blauen Himmel.

120 Kita-Kinder = 120 Luftballons. Die Aktion hatte einen ganz besonderen Hintergrund: Die Luftballons warben für die Aktion „MEHR Männer in Kitas“, die am Mittwoch bundesweit über die Bühne ging.

Mehr Männer in Kitas - das ist eine Forderung, die die (lokale) Sozialpolitik seit längerem beschäftigt. Im Kreis Recklinghausen liegt der Anteil der Männer an den erzieherischen Fachkräften in den Kindertagesstätten bei 3,01 Prozent. Dass es auch ein wenig besser geht, zeigt die Universitätsstadt Münster, wo immerhin 6,35 Prozent männlicher Fachkräfte in den Erzieher/innen-Teams zu finden sind.

Blickt man auf das ganze Land Nordrhein-Westfalen, beträgt der Männer-Anteil in den Erzieher/innen-Teams 3,21 Prozent = 2874 Männer in Kitas. Im Vorjahr waren es noch 2,99 Prozent, so dass immerhin ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen ist.

Auch im AWO-Kindergarten an der Marienstraße ist (leider) kein einziger Mann im Erzieher/innen-Team vertreten; sehr gern würden die Erzieherinnen aber einen männlichen Kollegen aufnehmen. Insofern passte die Luftballon-Aktion ganz genau auch an diesen Standort.

Mittlerweile gibt es sogar eine eigene, bundesweit tätige Koordinationsstelle „Männer in Kitas“, die auch die vielen Aktionen von Nord bis Süd miteinander abstimmte.

Auch die verschiedenen Kindergartenträger haben das Problem längst erkannt und bemühen sich darum, mehr männliche Fachkräfte für die Arbeit in den Tagesstätten zu gewinnen. So haben die Arbeiterwohlfahrt und die rebeq als Qualifizierungsträger bereits im Frühjahr 2011 das Projekt „Kids at work“ gestartet und bieten Praktika für junge Männer in Kindertageseinrichtungen an. Das Programm wird vom Bundesfamilienministerium und vom Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.

Jugendliche, Heranwachsende und auch Schulen, die bei diesem Projekt dabei sein wollen, können sich unter Tel. 02366/109138 bei der Projektleitung informieren. E-Mail-Kontakte sind unter k.klein@awo-msl-re.de möglich.

An der AWO-Kindertagesstätte Marienstraße machte die Luftballon-Aktion in strahlendem Sonnenschein übrigens besonders Spaß, weil nun deutliche Baufortschritte auf dem Areal zu erkennen sind. In absehbarer Zeit wird der Kiga sozusagen in erweiterter Form „neu“ eröffnen.

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