Mehr Freilauf für Hunde

Hunde
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Foto: WAZ

Gladbeck.  Hunde gehör(t)en an die Leine, und zwar alle überall, sowohl im Wald als auch auf der Straße – diese strenge Regelung gilt in Gladbeck, seit Rottweiler-Hündin „Easy“ im März 2000 eine Seniorin tot gebissen hat. Wegen eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts von Nordrhein-Westfalen, das eine weniger strikte Anleinpflicht möglich macht (wir berichteten), muss die strikte Gladbecker Anleinpflicht nun gelockert werden.

Wohl gemerkt: Sie wird gelockert, nicht ganz aufgehoben. An diesem Donnerstag stimmt der Rat der Stadt über die neue Verordnung ab und legt damit fest, in welchen Bereichen die Anleinpflicht weiterhin gilt. Das wären alle Straßen der Stadt, auf denen Publikumsverkehr herrscht und in den Wald- und Parkgebieten. Konkret:


die Marathonbahn.
die Spielwiese nordöstlich des Schlosses
die Wege rund ums gesamte Wasserschloss Wittringen
sowie auf dem Weg rund um den Teich am Schloss
im Südpark,
im Nordpark.

Bei diesen Flächen, so die Verwaltung, handelt es sich nicht um Waldgebiete im Sinne des Landesforstrechts, in denen Hunde weiterhin außerhalb von Waldwegen einer Anleinpflicht unterliegen und auch sonst die Regeln des Landesforstrechts gelten.

Die neue Leinenregelung beschäftigte jetzt auch den Haupt- und Finanzausschuss, denn was in der Theorie klar geregelt erscheint, muss ja auch in der Praxis funktionieren. „Woher sollen die Hundehalter wissen, wo nun welche Regel gilt?“ fragte Wendel vorm Walde (SPD) und regte die Aufstellung von Schildern rund um die Anleinzonen an.

Ordnungsdezernent Dr. Thomas Wilk sprach sich dagegen aus, denn man wolle Wittringen nicht mit Schildern zupflastern, sondern erst einmal abwarten, wie die neue Regelung angenommen werde. Geplant ist, die neuen Bestimmungen zur Anleinpflicht in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, ein Flyer für Hundehalter werde gerade überarbeitet. Informationen könnten auch dem Bescheid der Hundesteuer zu Beginn des Jahres beigelegt werden.

Das OVG-Urteil hebt ebenfalls die in Gladbeck geltende strikte Anleinpflicht aller als „gefährlich“ eingestuften Hunde auf - was jedoch auch künftig keinen Freischein für generellen Freilauf dieser Hunde bedeutet. Wenn Pitbulls, Rottweiler oder Staffordshire Terrier in den vorgesehenen Gebieten ohne Leine laufen sollen, müssen sie den im Landeshundegesetz verpflichtenden Verhaltenstest bestehen. „Das Problem besteht sowieso eher am oberen Ende der Leine“, ist CDU-Ratsherr Peter Radermacher, selbst Hundehalter, überzeugt.

 
 

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