Martin Luther Forum Ruhr - bleibender Dank an Berthold Beitz

Eine Gedenktafel für Berthold Beitz: Alt-Präses Alfred Buß, Prof. Dr. Ursula Gather und Dr. Susanne Henle lasen den Text aufmerksam.
Eine Gedenktafel für Berthold Beitz: Alt-Präses Alfred Buß, Prof. Dr. Ursula Gather und Dr. Susanne Henle lasen den Text aufmerksam.
Foto: Funke Foto Services
Ein herausragender Unterstützer des Martin Luther Forums war Krupp-Patriarch Berthold Beitz (1913-2013) - nun erinnert eine Gedenktafel an ihn.

Gladbeck..  Im Martin Luther Forum Ruhr trafen sich am Mittwochabend prominente Gäste aus besonderem Anlass. Zu diesen Gästen zählte auch die Tochter des verstorbenen Krupp-Patriarchen Berthold Beitz. Dr. Susanne Henle ist Mitglied des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und kam aus freudigem Grund nach Gladbeck: In der Dauerausstellung „Reformation und Ruhrgebiet“ wurde eine Texttafel mit einer Würdigung des Lebenswerks von Berthold Beitz angebracht.

Auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 200 Quadratmetern bietet diese Ausstellung auf vier Ebenen facettenreiche Einblicke in die Entwicklungslinien der Reformation an Rhein und Ruhr. Vom evangelischen Pfarrhaus bis zur Druckerpresse, von der Wirtschafts- und Alltagsgeschichte bis zu den Traditionen der Zuwanderer – zu sehen sind Exponate aus der Zeit der Reformation bis ins 21. Jahrhundert.

Berthold Beitz (1913-2013) ist eine prägende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts – er hat die Thyssen/Krupp-Zentrale zurück nach Essen geholt, er hat das neue Folkwang-Museum ermöglicht, er kam 1953 ins Ruhrgebiet und hat die Region zunächst als Krupp-Generalbevollmächtigter und dann als Spitzenmann der Krupp-Stiftung tief geprägt.

Persönliche Beitz-Visite im Forum im März 2011

Beitz besuchte das Luther Forum im März 2011 höchstpersönlich; er zählte von Anfang an zu den Unterstützern des Projekts; im Herbst 2007 sorgte die Nachricht für Aufsehen, dass die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung einen beachtlichen Förderbetrag zur Verfügung stellt, um die Präsentation der Daueraustellung zu ermöglichen. Eine wichtige Initialzündung. Später wurde dieser Förderbetrag nochmals großzügig aufgestockt.

Als einen Monat nach der persönlichen Visite im April 2011 mit Joachim Käppner jener Autor im Luther Forum zu Gast war, dessen Beitz-Biographie schon jetzt zu den zeitgeschichtlichen Standardwerken zählt, wurde auf spannende und einprägsame Weise deutlich, wie Berthold Beitz gewirkt hat: die Jahre des Zweiten Weltkriegs, seine Zeit als Öl-Manager im besetzten Polen, sein Einsatz als Retter von Hunderten verfolgter Juden, die er als kriegswichtige und unverzichtbare Arbeitskräfte reklamierte und so vor dem Tod im Konzentrationslager bewahrte; Mut und Selbstbewusstsein zählten laut Käppner zu den herausragenden Beitz-Eigenschaften.

Auch Alt-Präses Alfred Buß gehörte am Mittwochabend zu den Gästen im Forum; ebenso die Vorsitzende der Krupp-Stiftung, Prof. Dr. Ursula Gather, und Prof. Dr. Ulrich Borsdorf, Direktor a. D. des Ruhrmuseums und Forum-Beiratsmitglied.

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