Märchenhafter Wortschmaus auf Dieckmanns Hof

Märchenhafte Stimmung auf Dieckmanns Hof mit Halina Monika Sega, Martina Sprenger, Talira Tal, Louis Jansen und Bernd Badura.
Märchenhafte Stimmung auf Dieckmanns Hof mit Halina Monika Sega, Martina Sprenger, Talira Tal, Louis Jansen und Bernd Badura.
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck..  Märchen verzaubern auch Erwachsene. Und dass nach diesen Zauberreisen im Kopf eine Art Fernweh besteht, bewies die rappelvolle gute Stube auf Dieckmanns Hof in Ellinghorst. Das Fachwerkhaus hat dabei selbst etwas vom Knusperhäuschen Grimmscher Märchen.

Halina Monika Sega, Martina Sprenger, Talira Tal und Bernd Badura sowie Louis Jansen setzen sich allerdings mit der Thematik Märchen auf ihre eigene, kreative Weise auseinander. Mit Erfolg, denn während des Vorlesens war es still in der Gaststube der ehemaligen Waldschänke, die einen ganz speziellen Charme hat. Diese besondere Note wurde einfühlsam durch Musik der feinsten Art begleitet und unterstützt: Das Musikerduo Anke Mengede, Querflöte, und Anke Göntgen am Kontrabass lieferte die magischen Klänge zu den magischen Zeilen der Märchen, die von den fünf Autoren brillant vorgetragen wurden.

Halina Monika Sega, die dieses Veranstaltungsformat mitentwickelte, las ihre ganz eigene Form der klassischen Märchen vor. Ein verzauberter Rabe, eigentlich ein verzauberter Prinz, wird von Rebekka wieder zum Gutmenschen geküsst und geheiratet. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lieben sie sich heute noch. Ein Wunsch, mit dem so viel Märchen enden und nach dem sich letztlich doch jeder von uns sehnt.

Den Nerv der Besucher getroffen

Dass so ein Glück ein fragiles Gebilde ist und durch manchen Bösewicht gefährdet ist, verkündete beispielsweise Talira Tal mit ihrem Märchen, das in Gestalt der Symbolik der Mär vom bösen Wolf das fiese Geschäft mit dem Enkeltrick in das begeisterte Publikum transportierte und den Appell zur Wachsamkeit glänzend vermittelte. Und die Botschaft kam bei den Zuhörern an.

Ob es die drei Kurzgeschichten mit märchenhaftem Inhalt von Bernd Bandura oder kreative Worte von Martina Sprenger und Luis Jansen waren: Sie trafen den Nerv der Besucher.

„Wir sind stolz darauf, dass diese alternative Kulturveranstaltung ihre Freunde gefunden hat. Wir sind ja schon zum dritten Mal in der guten Stube von Petra Dieckmann zu Gast“, sagte Halina Monika Sega. Dass die Dieckmanns westfälische Gastfreundschaft pflegen, bewiesen wieder liebevoll servierte Häppchen. „Wir haben auch diesmal keinen Eintritt erhoben, sondern den Hut kreisen lassen. Das funktioniert und unterstreicht den familiären Charakter der Lesung.“

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