Luftbelastung der Brokampsiedlung nicht über dem Grenzwert

Baugebiet Brokamp, Phönixstraße, Baugebiet Eichendorffstraße/Diepenbrockstraße, Gladbeck, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Baugebiet Brokamp, Phönixstraße, Baugebiet Eichendorffstraße/Diepenbrockstraße, Gladbeck, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Foto: www.blossey.eu
  • Gutachten über Feinstaubwerte und Stickstoffdioxid im Ausschuss vorgestellt
  • SPD und Verwaltung sehen keine Grundlage für Maßnahmen
  • Die Linke hinterfragt Zahlen zum Schwerlastverkehr

Gladbeck..  Die Luft ist (noch) nicht schlecht genug. Das ist, unterm Strich, das Ergebnis einer Untersuchung der Schadstoff-Belastung der Brokamp-Siedlung durch den Verkehr auf der B 224 und A2. Die Stadt hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, um eine Grundlage für mögliche verkehrslenkende Maßnahmen (Tempo 50/ Lkw-Nachtfahrverbot) zu erhalten. Darüber hinaus klagen derzeit Anwohner mit Unterstützung des Bürgerforums Gladbeck gegen die Lärmbelastung und fordern Maßnahmen. Lärm war aber nicht Gegenstand der Untersuchung.

Im Gutachten des Ingenieurbüros Simuplan, das im Hauptausschuss erläutert wurde, geht es allein um die Belastung der Luft mit Feinstaub PM 10 und Stickstoffdioxid NO2, beides sind Bestandteile in Abgasen von Kraftfahrzeugen. Die für die Brokampsiedlung errechneten Werte, die u. a. auf der Basis von Windbedingungen und Verkehrszahlen ermittelt wurden, liegen laut Gutachten für Stickstoffdioxid mit durchschnittlich 37 µg/m³ unter der Höchstgrenze 40 µg/m³. Und die Feinstaubwerte steigen nur an 23 Tagen über einen Tagesmittelwert von 50 µg/m³, das Limit liegt hier bei 35 Tagen. Somit sieht die Verwaltung keinen Grund für verkehrslenkende Maßnahmen. Die Gutachter hatten zudem eine Reduzierung auf Tempo 50 als kontraproduktiv gesehen, da das Fahren im höheren Gang die schädlichen Abgase erhöhen würde.

Für SPD-Ratsherr Norbert Dyhringer ist das „kein Grund zur Freude, aber diese Situation gehört eben zum Ruhrgebiet.“ Mario Herrmann (Grüne) allerdings merkte an, dass für eine umfassende Beurteilung Lärm und Fußgänger-Sicherheit untersucht werden müssten.

Ratsherr Olaf Jung, Die Linke, zweifelte die zugrunde gelegten Verkehrszahlen, insbesondere für den Lkw-Verkehr, an. Auf Nachfrage erfuhr er, dass der Schwerlastverkehr südlich der A2-Auffahrten gezählt wurde. Jung: „Die meisten Lkw kommen von der Autobahn und sind in nördlicher Richtung auf der B 224 durch Gladbeck unterwegs.“

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