Kritiker sitzen mit am Minister-Tisch

Am 25. März jubelten die Ausbaukritiker im Ratssaal über das Ergebnis des Ratsbürgerentscheid.  Foto: Thomas Gödde / WAZ FotoPool
Am 25. März jubelten die Ausbaukritiker im Ratssaal über das Ergebnis des Ratsbürgerentscheid. Foto: Thomas Gödde / WAZ FotoPool
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Gladbeck..  Im Februar 2012, als der Kampf um den Ausbau der B 224 zur A 52 in die heiße Phase ging, hätten Meike Maser-Plag und Dr. Martin Arnold vom Netzwerk Bürgerinitiative und dem Verein Mobilität-Werk-Stadt diese Situation nicht für möglich gehalten: Dass sie ein Jahr später als gleich berechtigte Gesprächspartner mit fünf Revier-Bürgermeistern und hochrangigen Vertretern von IHK, RVR, VRR und Bezirksregierung am Tisch von Verkehrsminister Michael Groschek sitzen würden. Um seit an seit mit Bürgermeister Ulrich Roland und vielen anderen einen gemeinsamen Weg für die Lösung der Mobilitätsprobleme im nördlichen Ruhrgebiet und für die B 224 zu suchen.

„Wir sind positiv beeindruckt, das war ein sehr offenes, konstruktives Gespräch“, sagen beide am Tag nach der ersten Gesprächsrunde über die A 52-Problematik bei Minister Groschek.

„Wir fühlten uns sehr ernst genommen, konnten unsere Standpunkte gut einbringen und werden voll am Prozess beteiligt. Wir hoffen, dass es so weiter geht“, resümiert Dr. Arnold. „Wir freuen uns sehr über dies Entwicklung. Das haben wir so nicht erwartet und hätten wir vor einem Jahr nicht für möglich gehalten“, sagt Meike Maser-Plag.

Minister will eine Lösung

Die Vertreter der Bürgerinitiativen gewannen den Eindruck, dass „der Minister für die Lösung des hochkomplexen Problems tatsächlich differenzierte Möglichkeiten erwägen will und offen für die Argumentation ist, dass, wenn man viel tut, ein Autobahnbau überflüssig werden könnte.“ Das klingt etwas kompliziert, beinhaltet aber das Grundprinzip, an dem sich das Netzwerk Bürgerinitiativen in seinen Handlungen orientiert: Aufzeigen von Alternativen statt kategorischen „Nein-Sagens“, intelligente Sachargumente statt Totschlag-Parolen. „Und wie man sieht, haben wir damit offensichtlich Erfolg“, freut sich Dr. Arnold. Die Einbindung in den Prozess der Lösungssuche für die Verkehrsproblematik habe das Netzwerk von Anfang gewünscht.

Sehr deutlich sei in der Runde auch geworden, dass mit dem ablehnenden Gladbecker Ratsbürgerentscheid alles anders geworden ist in der Diskussion über den Ausbau der A 52. Zwar hat der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler bei dem Gespräch in Düsseldorf erneut mit markigen Worten seinen Standpunkt für einen Autobahnausbau klar gemacht, damit die Anwohner im Bottroper Süden Lärmschutz bekommen. Doch „wer sagt denn, dass es Lärmschutz nur mit einer Autobahn gibt?“ ist eine Frage, die künftig vielleicht nicht nur das Netzwerk stellt.

 
 

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