Kreis-Gleichstellungsbeauftragte treffen sich in Gladbeck

Die Gleichstellungsbeauftragten aus dem Kreis Recklinghausen und aus Bottrop, vorne links Barbara Richter aus Gladbeck.
Die Gleichstellungsbeauftragten aus dem Kreis Recklinghausen und aus Bottrop, vorne links Barbara Richter aus Gladbeck.
Foto: WAZ FotoPool
Die Gladbecker Gleichstellungsbeauftragte Barbara Richter und ihre Kolleginnen aus dem Kreis Recklinghausen und aus Bottrop bilden ein Netzwerk, um sich über den Stand der Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen auszutauschen.

Gladbeck..  Per Gesetz sind Männer und Frauen gleichberechtigt. Dass Frauen aber trotzdem oft weniger Geld verdienen, auf der Karriereleiter von männlichen Kollegen überholt werden, ihre berufliche Entwicklung zurückstellen, um sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu kümmern – all das sind Themen, wegen denen es Gleichstellungsbeauftragte in den Kommunen gibt.

In der Kreisarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten treffen sich regelmäßig die Zuständigen aus den kreisangehörigen Städten, der Kreisverwaltung und aus Bottrop. Am Freitag waren die Frauen zu Gast bei Barbara Richter im Gladbecker Neuen Rathaus.

Thema Generationenwechsel

Dabei ging es unter anderem um den Generationenwechsel, der sich nach und nach in den Gleichstellungsstellen vollzieht. „Wir hatten damals noch ganz andere Bedingungen“, sagt Richter, die seit 20 Jahren in Gladbeck besonders auf die Frauen schaut. Die Arbeit, und besonders der Stellenwert der Gleichberechtigung, habe sich im Laufe der Jahre geändert. „Der Blick für unsere Kompetenzen ist geschärft“, sagt Christiane Rohde aus Herten. „Heute werden wir häufig aktiv ins Boot geholt“, sagt Claudia Sterner, Gleichstellungsbeauftragte in der Kreisverwaltung und Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft. Die Meinung der Expertinnen sei mittlerweile bei vielen kommunalen Projekten gefragt.

Bei ihren Treffen diskutieren die Gleichstellungsbeauftragten, wie sie mit Themen umgehen, die Frauen betreffen – und wie sie ihre Positionen in die Öffentlichkeit tragen. So planen sie zum Beispiel eine Aktion zum bundesweiten „Equal Pay Day“ (Tag der Gleichbezahlung) am 21. März. An diesem Tag sollen Frauen aus der Region zur Hertener Zeche Ewald kommen, um dort mit einer Menschenkette für Lohngerechtigkeit einzustehen.

„Bei unserer Arbeit schauen wir nach, in welchen Bereichen Fraueninteressen berührt werden“, erklärt Christiane Rohde. Dabei geht es nicht nur um Jobs und Probleme innerhalb der Verwaltung. „Wir spreche zum Beispiel auch über arbeitsmarktpolitische Maßnahmen“, so Barbara Richter, und darüber, wie Frauen davon profitieren können. „Oder dass Frauen, die häusliche Gewalt erlebt haben, eine Schonfrist bekommen.“ Christiane Rohde liegt das Thema Armut am Herzen. „Die Rente mit 63 kann nur Männern nutzen“, sagt sie, denn auf die 45 dazu erforderlichen Berufsjahre erreichten nur die wenigsten Frauen. Teilzeit- und Minijobs wirken sich ebenfalls negativ auf die Rente aus – Frauenarmut werde dadurch zu einem großen Thema. „Unser Kernthema ist deshalb die Erhöhung der Frauenarbeitsquote.“

 
 

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