König sein will gelernt sein

Die Kinder der Musikschule Gladbeck üben in einem Herbstferienprojekt das Musical Prinz Owi lernt König ein. Am Mittwoch, 20. Oktober 2010, findet eine Probe in der Aula der Aloysiusschule statt. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Die Kinder der Musikschule Gladbeck üben in einem Herbstferienprojekt das Musical Prinz Owi lernt König ein. Am Mittwoch, 20. Oktober 2010, findet eine Probe in der Aula der Aloysiusschule statt. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
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Gladbeck.. Das Kindermusical „Prinz Owi lernt König“ bringt den jungen Darstellern jede Menge Herbstferienspaß. Die letzten Proben für die große Aufführung laufen auf Hochtouren.

Prinz sein ist nicht schwer, König sein dagegen sehr. Das muss auch der verwöhnte Prinz Owi erfahren, den nichts mehr freut, als jeden Monat einmal Weihnachten zu feiern. Neben der Hauptfigur studieren 31 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren in den Herbstferien ein Musical von Martin Krüger-Düsenberg und Swaantje Düsenberg ein.

Von dem monatlichen Weihnachtsstress ist auf Schloss Wittringen schon der gesamte, skurrile Hofstaat genervt. Die Tanne Douggy ist nur noch ein trockenes Gerippe, ihr droht der „Burnout“. Die Königin, gespielt von Marie-Sophie Tilly (12) aus Gladbeck, ist mit ihrem Latein am Ende und Zeremonienmeister Don Antello verzweifelt – Mamma mia – an der Nachlässigkeit der Mägde. In der Rolle des eingebildeten Italieners mit Akzent fühlt sich der elfjährige Johannes Schroers wohl. „Am meisten Spaß macht mir, dass ich auf der Bühne alle rumkommandieren kann“, grinst er.

„Die komischen Szenen und witzigen Dialoge machen den Kindern viel Spaß“, erzählt Christina Wienroth. Zusammen mit Simone Freund von der Musikschule Herten leitet die Chorleiterin der Musikschule Gladbeck das Projekt. Da stellt der Hofstaat auf der Bühne einstimmig fest, dass Luka Tilly (10) in der Rolle des Hofschreibers Borkowski die Ohren geputzt werden müssen – er macht doch glatt aus Don Antellos Feststellung, für das Weihnachtsfest sei „nixe kompletto“ eine „Nixe auf dem Klosetto“.

Johannes Schroers singt seit vier Jahren in einem Schulchor in Kirchhellen, die meisten Kinder sind jedoch Gesangsneulinge. „Es ist eine Herausforderung, vor Publikum aus sich heraus zu gehen und zu einer Rolle zu stehen“, sagt Wienroth. „Vor allem die Koordination von Bewegung und Gesang müssen wir noch üben.“ Sieben Proben bleiben den Darstellern dafür. Alle haben im Vorfeld eine CD zum Mitsingen der Lieder bekommen, die mit Pop, Rap, Jazz und Balladen viele musikalische Richtungen aufnehmen.

„Ich muss meinen Text noch üben“, gesteht Marie Wienroth. Die Nichte der Chorleiterin aus Veenhusen spielt Otto Karl Wilhelm, liebevoll genannt Prinz Owi. „Das Stück ist witzig, die reden lauter Quatsch“, findet die Achtjährige. Trotz der ganzen Albernheit erzählt die Geschichte jedoch auch von den Problemen bei der Erziehung und beim Erwachsenwerden. In seinem Lied „Und ob!“ erklärt Prinz Owi, „in meiner Stirn steckt ein schlaues Hirn“. Und die beschlossene Bildungsreise möchte er lieber „erst morgen“ antreten.

Was der kleine Prinz auf dieser Reise für Abenteuer mit einem Kamel, einem Paradiesvogel und einer Sternschnuppe erlebt und ob aus dem kleinen Prinzen doch noch ein verantwortungsvoller König von Schloss Wittringen wird, bleibt bis zur Aufführung ein Geheimnis.

Hier gibt’s noch mehr Fotos von der Probe.

 
 

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