„Kein RBH-Kollege in Gladbeck wird entlassen“

Mit der Schließung von Prosper als letzter Zeche in der Region Ende 2018, verliert die RBH auch die dortigen Transportaufträge.
Mit der Schließung von Prosper als letzter Zeche in der Region Ende 2018, verliert die RBH auch die dortigen Transportaufträge.
Foto: WAZ FotoPool
Werksbahner, die mit den Schließungen von Auguste Victoria und Prosper ihren Job verlieren, können in den Jobservice der Deutschen Bahn wechseln.

Gladbeck.  „Trotz Personalabbaus bei der RBH Logistics wird kein Kollege entlassen. Alle werden bis zum Eintritt ins Rentenalter weiter beschäftigt“, teilt Heike Kröner-Koch auf Anfrage der WAZ mit. Diese Beschäftigungsgarantie sei „ein wichtiger Erfolg, der in den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber erreicht werden konnte“, so die stellvertretende. Betriebsratsvorsitzende.

Von der Werkstättenschließung in Schultendorf Ende Juli 2014 waren 200 Mitarbeiter betroffen, die zum Großteil die Angebote nutzten, als Wagen- oder Lokschlosser in ein Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn nach Hagen, Oberhausen oder Köln zu wechseln. Wichtige Aufträge gingen der RBH zuvor verloren, und die Auftragslage wird weiter sinken, wenn Ende dieses Jahres Auguste Victoria in Marl und Ende 2018 das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop dicht machen und das dort beschäftigte RBH-Personal nicht mehr benötigt wird. „Das ist noch mal ein dicker Hammer, denn davon sind 150 Leute betroffen“, weiß Heike Kröner-Koch.

Die Beschäftigungsgarantie ändert aber nichts an der Tatsache, dass ein Stück Werksgeschichte der 1913 gegründeten Zechen- und Hafenbahnen zu Ende geht und der einst größte Gladbecker Arbeitgeber mit Sitz an der Talstraße weiter schrumpft. Von in der Spitze mal stolzen 1600 Beschäftigten bleiben bis Ende 2018 wohl nur rund 430 Mitarbeiter übrig.

150 Leute vom Zechenende betroffen

Auch dann sei es Ziel, die Kollegen – Werksbahnlokführer, Rangierer und Stellwerker – in Beschäftigung zu halten. Wer nicht in den Ruhestand wechseln kann, erhalte, wie die RBH’ler zuvor, das Angebot, in den Jobservice der Deutschen Bahn zu wechseln. Dort sei ein gestaffeltes Verfahren geregelt.

„Zunächst die Orientierungsphase I bei Erhalt der bisherigen Bezüge über maximal neun Monate und weiterhin mit der RBH als Arbeitgeber.“ Daran schließe sich bis zu 24 Monate die Orientierungsphase II mit dem Wechsel in den Jobservice der Deutschen Bahn an, „zwar mit gekürzten Bezügen, aber einem höheren Satz im Vergleich zum Arbeitslosengeld“, so Kröner-Koch. Danach erfolge der Wechsel in die Integrationsphase bei weiterer Absenkung der Bezüge. „Mit dem Ziel, die Kollegen durch Qualifikationsmaßnahmen in andere Arbeitsbereiche der Deutschen Bahn zu vermitteln“, so die Betriebsrätin. Gegebenenfalls, bei keinem Vermittlungserfolg, könnten die Ex-RBH’ler bis zur Rente im Jobservice-Pool bleiben.

Ende 2018 verbleiben vom ,geschrumpften’ RBH-Gelände in Gladbeck noch das im Eigenbesitz befindliche Zentralgebäude an der Schultendorfer Talstraße als Verwaltungssitz, von dem die Disposition des Eisenbahnbetriebs gesteuert wird. Der Mietvertrag für die Dependance an der Brüsseler Straße im Gewerbepark Brauck läuft Mitte 2019 aus. Ob der Vertrag verlängert wird, ist sicher davon abhängig, wie sich die weitere Auftragslage für die RBH innerhalb des Mutterkonzerns DB Schenker entwickelt.

 
 

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