Kanal-Haie wittern Opfer

Dichtheitsprüfungen verlangen eine aufwändige und teure Kameratechnik. Foto: Tim Cordes / Archiv
Dichtheitsprüfungen verlangen eine aufwändige und teure Kameratechnik. Foto: Tim Cordes / Archiv
Foto: WR
Der Kreisverband Gladbeck im Verband Wohneigentum NRW warnt nochmals vor dreisten und betrügerischen Werbemethoden in Sachen private Abwasserkanal-Prüfung.

Gladbeck.. Bereits am 7. Februar hatte die WAZ-Lokalredaktion Gladbeck über entsprechende Flyer berichtet, die damals im Bereich Rentfort in zahlreichen Briefkästen steckten.

Auf den Zetteln war von einer angeblichen „Nachbarschaftsaktion“ zur Abwassserkanal-Prüfung die Rede. Da wurden konkret Straßen genannt, und es wurde der Eindruck erweckt, es handle sich um eine abgesprochene, siedlungsweite Aktion.

Ganz ähnliche Flyer fanden sich nun zum Beispiel an der Redenstraße und am Hölscherweg in Zweckel in den Briefkästen von dortigen Hausbesitzern. Auch hier ist der Zettel mit dem Wort „Nachbarschaftsaktion“ überschrieben, weiter heißt es: „Ihr Einverständnis vorausgesetzt melden wir uns in den nächsten Tagen zwischen 9 und 17 Uhr zwecks einer Terminvereinbarung.“

Klaus W. Rottmann, der Gladbecker Kreis-Vorsitzende der Siedler, warnt vor solchen Werbemethoden und vor den entsprechenden Anbietern. Und er weist nochmals darauf hin, dass es nach aktuellem Stand keinerlei verpflichtende Prüfpflicht für alle Hausbesitzer in NRW gibt. „Diese Botschaft ist bei 90 Prozent der Siedler auch angekommen, aber es gibt noch immer einige wenige, vor allem ältere Menschen, die sich bei diesem Thema leicht verunsichern lassen.“

Und auf diese Klientel setzt offenbar gezielt das Unternehmen, das die Flyer in verschiedenen Gladbecker Stadtteilen in die Briefkästen wirft.

Zahlreiche Informations-Veranstaltungen hat es in den letzten Monaten in Gladbeck zum Thema Kanalprüfung gegeben, zuletzt auch im Rathaus. Immer wieder hat auch der städtische Entwässerungs-Fachmann Frank Restemeyer die Siedler und Hausbesitzer im Detail über das Thema aufgeklärt.

Fachkundige Detail-Infos zum Thema Kanalprüfung gibt es bei den Vorständen der Siedlervereine und auch bei Frank Restemeyer, Tel. 99 24 11, Fachabteilung „Stadtentwässerung“ bei der Stadt Gladbeck.

Klaus W. Rottmann unterstreicht ebenfalls nochmals: „Es gibt in dieser Angelegenheit keine Nachbarschaftsaktionen, auch sind weder Bürger noch Kommunen und schon gar nicht die Verbände verunsichert. Bitte lassen Sie sich nicht auf solche Geschäfte ein!“

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