Kamele grasen an Horster Straße

Gruppenbild mit Schlange beim Zirkus auf dem Festplatz Horsterstr. am Donnerstag, 03.03.2011. in Gladbeck. Foto:Heinrich Jung WAZFotoPool
Gruppenbild mit Schlange beim Zirkus auf dem Festplatz Horsterstr. am Donnerstag, 03.03.2011. in Gladbeck. Foto:Heinrich Jung WAZFotoPool
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Gladbeck.. „Wenn ich länger als zehn Tage in einer Stadt bin, habe ich das Gefühl weiterzumüssen.“ Lesly Köllner ist Seiltänzerin und Zirkusfrau beim Circus Atlantik. Rund 40 Städte bereist dieser im Jahr, zum ersten Mal macht er Halt in Gladbeck. Vier Tage lang.

Der Allwetterzirkus tourt zu jeder Jahreszeit. Dank eines Thermozeltes heißt es auch in den kalten Monaten „Manege frei“. Pausen gibt’s gar nicht und die Artistin verspürt auch keinen Wunsch nach Ferien. „Deutschland ist so ein schönes Land, da braucht man keinen Urlaub im Süden und auch kein Haus mit Garten“.

Den Circus Atlantik, in dem 20 Menschen arbeiten und leben, gibt es schon in der vierten Generation, also seit über 100 Jahren.

Die Tiere und deren Dressur bereiten Lesly Köllner großen Spaß: „Man lebt hier für und von den Tieren, also ist es für uns auch logisch, dass die Tiere, die nicht mehr aktiv am Zirkusleben teilnehmen können nicht abgegeben werden, sondern das Gnadenbrot bei uns erhalten.“ Sie lassen sich auch besonders viel Zeit damit, den Tieren die Tricks beizubringen. Nur, wenn ein Vertrauensverhältnis zwischen Tier und Dompteur herrsche, werde auch die Show gut.

Daher achtet das fahrende Schaustellervolk auf große Gehege für die Tiere und angemessenen Untergrund in den Stallungen. Um das Wohlergehen und die Sicherheit von offizieller Seite gewährleisten zu können, wird der Circus in jedem Ort vom Veterinär- und Bauamt kontrolliert -- bislang immer ohne Beanstandung.

Gerade bei den Kindern kommt ein Programmpunkt besonders gut an, erzählt Köllner: „Neben dem bunten Programm aus Fakir, Dressurnummern, Feuerschluckern und Streichelzoo gibt es in den Pausen für Kinder die Möglichkeiten, kostenlos auf unseren sibirischen Kamelen zu reiten und sich eine sechs Meter lange Schlange umhängen zu können.“

Damit sich die Gladbecker Grundschüler schon vor Vorstellungsbeginn ein Bild vom Zirkus machen konnten, zogen die Schausteller durch die Grundschulklassen und präsentierten eine ihrer Schlangen.

Auch Zirkuskinder gehen zur Grundschule: Bis zum Ende der 4. Klasse besuchen sie eine Grundschule in der Stadt, in der der Zirkus gerade Station macht.

„Ab der weiterführenden Schule kommt zwei bis dreimal pro Woche ein Zirkuslehrer zu uns“, erläutert Lesly Köllner den Schulalltag der älteren Kinder.

Wenn am Sonntagabend die letzte Vorstellung gegeben wurde, dauert es bis in die Nacht, ehe die gesamte Crew inklusive komplettem Zelt und den Tieren verladen ist. Der Aufbau beim nächsten Halt in Dortmund-Applerbeck kann dann aber schon bis zu eineinhalb Tagen dauern.

Aber warum verlieren die Kamele gerade so viel Fell fragt sich der Tierschutz begeisterte Besucher? Köllner lacht: „Die sind nicht krank, die verlieren ihr Winterfell! Im Sommer sind die ganz nackt.“ Der Circus Atlantik gastiert bis Sonntag auf dem Festplatz an der Horster Straße. Vorführungen sind am Freitag um 15.30 Uhr, am Samstag um 15.30 Uhr und 18.30 Uhr und am Sonntag 11 Uhr und 14 Uhr. Karten gibt es unter 0178-6635745 und unter www.circusdatenbank.info.

 
 

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