Jugendliche tief beeidruckt von Zeitzeugen-Gesprächen

Mit vielen neuen Eindrücken sind 20 Jugendliche von der von Georg Liebich-Eisele organisierten traditionellen Gedenkstättenfahrt nach Berlin zurückgekehrt.

Im Vordergrund standen – nach einer ausführlichen Stadtführung durch Berlin-Mitte – der Besuch historischer Orte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Besucht wurden auch die zentralen Gedenkstätten für die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden, Sinti und Roma. Viel Zeit nahmen sich die jungen Gäste aus Gladbeck für die Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“ – „der vielleicht schändlichste Ort der modernen Geschichte“, so Liebich-Eisele, an dem am 20. Januar 1942 hochrangige Vertreter des NS-Staates tagten – „mit tödlichen Konsequenzen für Millionen von Menschen“. Die Jugendlichen erfuhren, dass entgegen verbreiteter Meinung es nicht Hauptzweck der Konferenz war, den Holocaust zu beschließen, sondern in den Grundzügen die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Vernichtung in den Osten organisiert wurde. Die Wannsee-Konferenzteilnehmer legten auch den zeitlichen Ablauf für die Massentötungen fest.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“, die sich im ehemaligen Bendler-Block in der Stauffenbergstraße befindet. Im Vordergrund der Führung stand das Thema „Jugend im Widerstand“. Mit der Referentin der Gedenkstätte, Regina Foelz, wurden einzelne Jugendgruppen vorgestellt, die Widerstand während der Naziherrschaft leisteten.

Die Jugendlichen erfuhren viel zu den Widerstandsgruppen „Weiße Rose“, „Edelweiß-Piraten“ und der „Swing-Jugend“ und zeigten sich sehr beeindruckt vom Mut und der Entschlossenheit dieser jungen Menschen, die sich gegen das bestehende Unrecht auflehnten.

Besucht wurde auch das jüdische Museum in Kreuzberg, wo der bekannte Architekt Daniel Libeskind einen ganz besonderen Ort des Erinnerns geschaffen hat. Hier nahmen die Jugendlichen an einem Workshop teil, der sich mit den Themen Zwangsarbeit, Überleben in Berlin und Deportation auseinandersetzte. Ergänzt wurde die Spurensuche der Arbeitsgruppen durch die Schilderungen des Zeitzeugen Peter Neuhof. Neuhof, der 1925 in Berlin als sogenannter „Halbjude“ geboren wurde, erzählte den Jugendlichen in beeindruckender Weise vom Überlebenskampf seiner Familie.

Der letzte und emotionalste Programmpunkt war das Treffen mit der jüdischen Zeitzeugin Inge Deutschkron im Otto-Weidt-Museum, eine Überlebende der NS-Diktatur.

 
 

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