Jazzfire-Konzert: Ein Glücksfall für die Zuhörer

Man habe überlegt, ob man das Konzert überhaupt angesichts der schrecklichen Ereignisse in Paris stattfinden lasse, sagte Gladbecks Musikschuldirektor Rolf Hilgers in seiner Begrüßung. Dass man sich dennoch entschied, die Jazzfire Combo und Jazzfire Big Band in der Aula des Ratsgymnasium spielen zu lassen, war ein Glücksfall für die Zuhörer. Vielleicht, weil auch gerade Jazz mehr als jeder andere Stil zeigt, wie Musik Völker, Nationen und Religionen so verbinden kann, dass das Individuelle und Authentische nicht untergeht, sondern immer wieder auch in den Fokus gerückt wird.

Die Jazzfire Combo, der der Musikschullehrer und Saxophonist Martin Greif ebenso wie der Big Band vorsteht, begann mit einem Bossa Nova. „Song for my father“, das Namen gebende Stück von Horace Wilson 1964 erschienener Platte bei dem Saxophon und Trompete im Kopfteil kommunizieren und insbesondere das Pianosolo mit Stefan Ehringhaus herausstach. Wie funkig der George Bensons Smooth- Klassiker „The Masquerade“ klingen kann, zeigte das zweite Stück. Das Arrangement, in dem Martin Greif am Saxophon und Oliver Winkelmann mit seiner Stimme das Publikum mitrissen, zeigte wie viel Energie der Schmusesong in der passenden Besetzung entwickeln kann.

Rockig, funkig ging es auch weiter. „Don`t get around much anymore“, eine Komposition von Duke Ellington aus dem Jahr 1940, kamen ebenso kräftig herüber, wie die vorangegangen Stücke. Gefühlvoller wurde es dann mit „Misty“ von Erol Garner. Bei „Just the two of us“ von Bill Whithers zeigte Oliver Winkelmann noch einmal die ganze Bandbreite seiner sonoren Stimme und es ging schwungvoll in die Pause. Nach dem Umbau stand die Jazzfire Big-Band in ihrer aktuellen Besetzung auf der Bühne. Mit Earth Wind and Fires „Fantasy“ waren schnelle Wechsel gefragt bei denen die Musiker exakt reagieren mussten. Klassiker wie „Route 66“ oder „New York, New York“ wechselten sich ab mit Quincy Jones „Soul Bossanova“ er in Deutschland vor allem bekann durch die Comedyserie „Was kuckst Du“ wurde.

Nach einem weiteren Umbau kamen die ehemaligen Mitglieder der Formation mit auf die Bühne. Überwältigend war um Ende des Konzerts das Posaunensolo von Lars Bechstein in Tito Puentes Stück „Oye Como Vas“. Standing ovations belohnte die Leistung der Musiker. Das Lächeln der Zuhörer am Ende zeigte, dass man auch trotz trauriger Geschehen das Recht auf ein Stück Glück haben darf.

 

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