In Gladbeck lebt es sich kreisweit am günstigsten

Seit der Gladbecker Müll in Herten entsorgt wird, sind die Kosten für die Bürger um über 8 Prozent gestiegen.
Seit der Gladbecker Müll in Herten entsorgt wird, sind die Kosten für die Bürger um über 8 Prozent gestiegen.
Foto: FUNKE Foto Services
Beim Vergleich der Kosten für Müll, Abwasser und Grundsteuer kommt die Stadt gut weg. Musterhaushalt auf „Münsterland-Niveau“. Teuerste Stadt ist Herten.

Gladbeck..  Der NRW-Stärkungspakt Stadtfinanzen zeigt kreisweit Wirkung: Die Verschuldung der Städte wächst zwar immer noch, aber nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Jahren. Dennoch: 1,745 Milliarden Euro beträgt das Gesamtvolumen der Kassenkredite aller zehn Kreisstädte. Gladbecks Anteil daran sind rund 200 Millionen Euro. Doch die Besserung bei den Stadtfinanzen hat ihren Preis, den die Bürger mitbezahlen. Es ist feststellbar: Bei Gebühren und Steuern haben die Stadtverwaltungen in diesem Jahr ordentlich an der Schraube gedreht.

Spitze bei den Müllgebühren

Auf breiter Front gestiegen sind die Müllgebühren im Vergleich zum Vorjahr. Nur Datteln und Waltrop konnten das Niveau halten. Um 2,4 Prozent stiegen die Gebühren in Marl und Oer-Erkenschwick, mit 8,4 Prozent Steigerung liegt Gladbeck, das jahrelang immer am unteren Ende der Skala lag, an der Spitze. Die Gründe dafür sind bekannt: Nach Auslaufen der Verträge mit Karnap wird der Gladbecker Müll seit Anfang Januar im RZR in Herten entsorgt, was höhere Kosten bedeutet. Insgesamt sind die Entsorgungskosten im Kreis Recklinghausen, die an die Bürger weiter gegeben wurden, 2015 um 6,2 Prozent gestiegen.

In sieben Städten ist auch die Abwasserbeseitigung teurer geworden. Die Steigerungsliste führt auch hier Gladbeck an, mit einem Plus von 11,5 Prozent beim Schmutzwasser und 10,1 Prozent beim Regenwasser mutet die Stadt ihren Bürgern die höchsten Aufschläge zu. In zwei Städten – Recklinghausen und Waltrop – führte die Gebührenkalkulation allerdings auch teilweise zu einer Senkung der finanziellen Belastung.

Dennoch gilt beim Blick auf die Erhöhungen: Die Kreis-Städte rangierten bei Müllabfuhr und Abwasserbeseitigung in den zurückliegenden Jahren deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Anders verhält es sich jedoch mit der Grundsteuer B, bei der die Komunen teilweise ordentlich hinlangen. Vier Städte haben die Steuerschraube 2015 noch einmal angezogen: Herten um 40 Prozent, Datteln um 30 , Oer-Erkenschwick um 15 und Recklinghausen um 12 Prozent. Mit einem Hebesatz von 825 Punkten führen Datteln und Haltern nun die Liste der Steuerhochburgen im Kreis an. Im Vergleich liegt Gladbeck hier mit 690 Punkten im unteren Bereich.

Noch ein erstaunliches Ergebnis bringt der Vergleich: Unterm Strich ist Gladbeck eine der günstigsten Städte, Herten die teuerste. Während ein Hertener Musterhaushalt für Müll, Abwasser und Grundsteuer jährlich 1 323 Euro zahlt, werden für einen Gladbecker Haushalt 1 086 Euro berechnet – eine Differenz von 18 Prozent. Gladbeck bewegt sich damit bereits auf Münsterland-Niveau: Dülmen (Kreis Coesfeld) zum Beispiel würde für diesen Musterhaushalt 1 092 Euro verlangen.

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