Im Einsatz für den Ambulanten Kinderhospizdienst Gladbeck

Nina Estermann
Birgit Reichman, Rainer Lenz und Ulrike Lenz arbeiten ehrenamtlich für den Kinderhospizdienst in Gladbeck.
Birgit Reichman, Rainer Lenz und Ulrike Lenz arbeiten ehrenamtlich für den Kinderhospizdienst in Gladbeck.
Foto: WAZ FotoPool
Grüne Bänder flattern am 10. Februar an vielen Stellen in Gladbeck. Die sind ein Symbol für den „Tag der Kinderhospizarbeit“. Ulrike Lenz engagiert sich als Ehrenamtliche für den Ambulanten Kinderhospizdienst Gladbeck und begleitet einen scherkranken Jungen in Oberhausen..

Gladbeck.  Grüne Bänder werden an vielen Orten in der Stadt flattern. Zum Beispiel an der Haustür von Familien Lenz in Zweckel. Oder bei Birgit Reichmann. Oder an den Fahrzeugen der Stadtverwaltung. Ein Farbklecks im Februargrau – und eine Erinnerung daran, dass am 10. Februar 2014 der offizielle „Tag der Kinderhospizarbeit“ ist.

Für Ulrike Lenz ist eigentlich jeder Tag der Hospizarbeit gewidmet. Seit mehr als einem Jahr engagiert sie sich im Gladbecker Ambulanten Kinderhospizdienst. In diesem Verein kümmern sich Haupt- und Ehrenamtliche Helfer um Kinder und Jugendliche, die schwer (lebensverkürzend) erkrankt sind, und um deren Familien. Kein leichter Zeitvertreib – eher eine Herzensangelegenheit. „Begleiten, unterstützen und helfen“ lautet das Motto der Hospizbewegung.

Die guten Zeiten genießen

„Ich habe in der Zeitung davon gelesen“, erzählt sie, daraufhin besuchte sie einen Vortrag zur Vereinsarbeit. Schnell stand ihr Entschluss fest, mitzumachen. „Das ist ein Bereich, wo man wirklich helfen kann“, sagt die 51-Jährige. Sie besuchte einen sogenannten Befähigungskurs und betreut seit Mai vergangenen Jahres einen neunjährigen Jungen in Oberhausen. Die beiden verstehen sich gut. „Im Sommer gehen wir spazieren, einfach mit seinem Rollstuhl nach draußen“, erzählt sie lächelnd. Im Winter gehen die beiden es bei den wöchentlichen Besuchen ruhiger an, „CD hören, kuscheln." Zurzeit gehe es ihrem Schützling bestens, erzählt Ulrike Lenz, trotz seiner Erkrankung. Dass es nicht immer so bleiben wird, weiß sie genau.

Auf die guten wie die schlechten Zeiten, die es im Leben von lebensverkürzend erkrankten Kindern geben kann, bereiten sich die Hospizhelfer in den sogenannten Befähigungskursen vor. Rund 100 Stunden umfasst der Kurs. Im aktuellen Kurs sind auch Rainer Lenz und Birgit Reichmann mit dabei. „Es ist schon zeitintensiv“, sagt Lenz, „aber wir sind auch eine tolle Truppe.“ Er hat sich von seiner Frau begeistern lassen. Birgit Reichmann formuliert ihre Motivation so: „Wenn man selbst gesunde Kinder hat, hilft man gerne auch Familien, denen es anders geht.“ Das perfekte Glück, da sind sich die drei einig, interessiert sie nicht.

„Das macht einen schon manchmal demütig, was man da erlebt“, sagt Ulrike Lenz, „und dann denkt man schon: Du regst dich über so einen Quatsch auf.“ Das Leben, sagt sie, könne doch manchmal sehr kurz sein.

Die Arbeit im Kinderhospizdienst ist nicht für allzu Zartbesaitete. Aber der Verein lässt seine Ehrenamtlichen auch nicht allein. Praxisbegleitung und Supervision gibt es für alle, die Kinder und Familien begleiten.