Hovenjürgen: Unverantwortlicher Umgang mit Schufa-Daten

Jeder kann heutzutage ein Opfer von Online-Betrug werden, bei dem Gangster mit geklauten Identitäten Waren im Internet bestellen und an falsche Adressen liefern lassen. „Promis“ und Politiker sind noch einmal mehr gefährdet – viele ihrer Daten sind schließlich frei zugänglich. Der CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Kreis-CDU, Josef Hovenjürgen, hat eine jetzt solche böse Überraschung erlebt.

Und eine zweite gleich hinterher: Der vom Identitäts-Klau nichts ahnende Halterner fing sich Negativeinträge bei der Schufa ein. Im Umgang der Wirtschaftsauskunftei mit dem Datenmissbrauch sieht Hovenjürgen mangelnden Verbraucherschutz – das will er im Düsseldorfer Landtag zum Thema machen.

Hovenjürgen hat bereits alle 237 Parlamentskollegen aufgefordert, ähnliche Fälle zu melden und ihn dabei zu unterstützen, die „Schufa dazu zu bewegen, mehr Verbraucherschutz in ihrem Handeln einzubringen und zu gewährleisten.“ In einem Brief an Alexander Boldyreff und Dr. Michael Freytag, Chefs der Schufa als größte deutsche Auskunftei, wirft Hovenjürgen dem Unternehmen vor, ungeprüft Daten von Vertragspartnern einzuspeisen und – wie bei ihm geschehen – eine abweichende Adresse einfach in den bestehenden Bestand zu übernehmen: „Diese Daten werden als Fakt angesehen und fließen in die Entscheidung über die Bonität des Betroffenen ein.“

Der CDU-Politiker weiter: „Natürlich brauchen wir Wirtschaftsauskunfteien wie die Schufa. Aber der verantwortungslose Umgang mit diesen Daten hat durchaus ungeahnte Folgen für betroffene Verbraucher, da eine negative Schufa-Auskunft darüber entscheidet, ob ein Bankkonto eröffnet, ein Handyvertrag abgeschlossen oder ein Kreditvertrag unterzeichnet werden kann.“ Betrugsopfer würden somit also ungeprüft in der Kreditwürdigkeit herabgestuft. Immerhin: Die Negativ-Einträge seien nun gelöscht, hat die Schufa Hovenjürgen Ende Oktober mitgeteilt.

 
 

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