Heute sehen Singles rot!

Denise Rzeha
Was machen Singles am Tag der Verliebten? - Das fragte die WAZ. . . Foto: Kleine-Büning/ WAZ FotoPoool
Was machen Singles am Tag der Verliebten? - Das fragte die WAZ. . . Foto: Kleine-Büning/ WAZ FotoPoool
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck. Heute ist der 14. Februar und damit auch der Tag der „Liebenden“: Der Valentinstag.

Wer das noch nicht mitbekommen hat, scheint ein gutes Abwehrsystem zu besitzen. Seit einer Woche zählt ein Fernsehsender den Countdown, in der dazugehörigen Werbung werden Blumendienste und Pralinenhersteller auf allen Sendern angepriesen. Shoppen ohne rot zu sehen ist nicht mehr möglich: Allein in einem Geschäft in der Gladbecker Innenstadt finden sich rosa Stifte mit blinkenden Herzen an der Spitze, umrandet von pinkem Plüsch, direkt daneben stehen ein Aschenbecher verziert mit Rosen (der doch tatsächlich „I love you“ raunzt), ein Herzbecher, eine Herzschale, Taschentücher mit Rosenmuster, eine Herzbackform, Kerzen in Hülle und Fülle, Schoko-Rosen, Liebeskekse - und natürlich Ballons in Herzform.

Abgesehen davon, dass diejenigen sich belästigt fühlen, die rein gar nichts mit diesem Tag anfangen können, muss die letzte Woche für Singles doch schmerzhaft gewesen sein, oder? Jeden Tag wurden sie vehement daran erinnert, dass sie keinen Partner haben. Und heute kommt der Super-Gau: Love is in the Air! Die WAZ fragte bei vier Singles nach: Wie geht’s Euch? Und: Würdet Ihr gerne den Valentinstag feiern?

Thomas (24): „Egal ob ich Single bin oder in einer Beziehung: Dieser Tag hat für mich persönlich wenig Bedeutung. Ich bin jemand, der nicht unbedingt an von der amerikanischen Industrie bestimmten Tagen meiner Partnerin meine Liebe zeigen muss. Als Single sehe ich diesen Tag noch einmal anders. Man wird im Vorfeld durch die ganze Werbemaschinerie an manchen Tagen schmerzhaft daran erinnert was man zur Zeit nicht hat und nimmt verstärkt diese Verliebtheit der Pärchen wahr. Irgendwann ist man dann auch genervt, weil man wirklich überall daran erinnert wird, dass man Single ist. Man wird ausgegrenzt. Dabei ist doch nichts Schlimmes dabei den richtigen Partner noch nicht gefunden zu haben.“

Katrin (16): „Mein kleiner Bruder hat in der siebten Klasse einen Brief und eine Rose zum Valentinstag bekommen. Das war ein komisches Gefühl, weil ich nichts bekommen habe. Sowieso ist es an der Schule blöd, wenn Valentinstag ist. Man kann sich ja gegenseitig und anonym Dinge schicken. Da fühlt man sich vorgeführt, wenn man nichts bekommt. Außerdem ist das total unsinnig, weil sich die Mädchen untereinander auch kleine Geschenke schicken. Auch wenn ich kein Single wäre, ich würde da nicht mitmachen!“

Carina (23): „Als ich noch in einer Beziehung war haben wir schon ein bisschen auf diesen Tag geachtet. Wir haben abends zusammen gekocht, sind ins Kino gegangen oder haben was anderes unternommen. Aber Geschenke habe ich nie erwartet. Finde ich auch schwachsinnig. Wenn Männer dazu gezwungen werden, sich ‘was Kreatives auszudenken oder plötzlich etwas basteln müssen, obwohl sie dafür total unbegabt sind. Zwischendurch im Jahr Blumen zu bekommen ist schön, als kleine Bestätigung für die Liebe. Aber nur weil Valentinstag ist zu einem Floristen zu rennen, ist wirklich total unsinnig. Als Single würde man sich gerne die Decke über den Kopf ziehen, aber es hilft ja doch nichts. Also nehme ich es mit Humor und gehe mit Freundinnen in einen Horrorfilm nachdem wir was Essen waren. Der Valentinstag wird zu einem Mädelsabend.“

Anika (17): „Ich bin Single und ich bin genervt. Letztes Jahr hat der Schwarm meiner Freundin ihr am Valentinstag gestanden, dass er sie mag. Ich konnte mich irgendwie nicht freuen, weil es so klischeebelastet war. Alle hängen das so an die große Glocke, also, dass sie verliebt sind und was sie sich schenken. Für mich ist das ein normaler Tag. Der Tag der Umarmung wird ja auch nicht so zelebriert. Ich glaube, dass dieses Datum nur gut für die Geschäfte und für Blumenhändler ist. Wenn ich in einer Beziehung wäre, würde ich meinen Partner nicht zwingen den Valentinstag mit mir zu verbringen.“