Heftige Debatte um Gladbecker Stadtsprecher Breßer-Barnebeck entbrannt

Immer an seiner Seite: Stadtprecher Peter Breßer-Barnebeck (r.) neben Bürgermeister Ulrich Roland (M.).
Immer an seiner Seite: Stadtprecher Peter Breßer-Barnebeck (r.) neben Bürgermeister Ulrich Roland (M.).
Foto: WAZ
Wegen seiner teilweise geschmacklosen und diffarmierenden Äußerung unter dem Pseudonym „RolfSchlaegel“ im Netz fordert die CDU die Suspendierung des Stadtsprechers Peter Breßer-Barnebeck. Bürgermeister Roland steht weiter hinter Breßer-Barnebeck, leitet jedoch eine Untersuchung ein.

Gladbeck.. Rückhalt für Stadtsprecher Peter Breßer-Barnebeck nach dessen Enttarnung als anonymer Internet-Schreiber „RolfSchlaegel“: Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) sprach ihm sein Vertrauen aus: Breßer-Barnebeck habe rein privat, nicht im dienstlichen Auftrag gehandelt. Ganz anders die CDU – sie forderte in einem Brief an Roland die sofortige Suspendierung des langjährigen Stadtsprechers.

Auch die CDU habe unter den „Diffamierungen“ von „RolfSchlaegel“, wie sich Breßer-Barnebeck in Internetforen nennt, in den letzten Jahren „erheblich zu leiden gehabt“. Versteckt habe er unter dem Pseudonym „Beleidigungen gegen missliebige Personen und Parteien“ ausgestoßen, heißt es in dem CDU-Brief an den Bürgermeister. Man behalte sich vor, Strafanzeige zu erstatten. Das Verhalten Breßer-Barnebecks sei unerträglich, er sei als Pressesprecher der Stadt untragbar. CDU-Fraktionschef Reinhold Fischbach und Stadtverbandsvorsitzender Christian Enxing forderten Roland auf, Breßer-Barnebeck „sofort zu suspendieren“ und disziplinarische Maßnahmen einzuleiten.

Bürgermeister gibt Stadtsprecher Rückendeckung

Auch im Internet entbrannte zum WAZ-Bericht vom Mittwoch über die anonymen Internetaktivitäten Breßer-Barnebecks eine heftige Forum-Diskussion. Die Linken nannten das Tun Breßer-Barnebecks „unterste Schublade“, berichteten von eigenen Diffamierungen durch ihn.

Bürgermeister Roland steht hingegen zu seinem Sprecher. Er sei „seit seinem Dienstantritt“ vor fast 25 Jahren ein „außerdordentlich engagierter und loyaler Kollege“, so Roland. Der Bürgermeister äußerte sich in einer kurzen Stellungnahme, wollte sich aber nicht, trotz mehrerer Anfragen, persönlich im Gespräch mit der WAZ dem Thema stellen. Trotz Rückhalts für Breßer-Barnebeck, der sich privat zu kommunalpolitischen Themen geäußert habe, kündigte Roland an, von der Personalabteilung der Stadtverwaltung das „vorgeworfene Verhalten“ prüfen zu lassen. Darüber hinaus werde die Staatsanwaltschaft Essen, die aktiv geworden war, um Akteneinsicht gebeten.

Hübner fordert Aufklärung

SPD-Fraktionschef Michael Hübner konnte im WAZ-Gespräch kein Fehlverhalten Breßer-Barnebecks erkennen. Er habe sich privat geäußert, „da ist nichts von juristischem Belang.“ Manche Formulierungen seien unglücklich, auch peinlich, aber kein Fehler. Dennoch fordert Hübner detaillierte Aufklärung.

Breßer-Barnebeck, der Dienstagabend gegenüber der WAZ zugegeben hatte, als „RolfSchlaegel“ im Internet unterwegs gewesen zu sein, sprach in einer Stellungnahme von „deftigen, pointierten Beiträgen“, mit denen er niemanden verunglimpfen wollte. Sofern sich jemand getroffen fühle, „tut mir dies leid und ich bitte dies zu entschuldigen.“

 
 

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