Gladbeck

„Handy-Zombies“ sorgen die Polizei

Die Polizei warnt im Kreis Recklinghausen auch vor der Handybenutzung am Steuer eines Autos, das so stark die Aufmerksamkeit und Reaktionszeit ablenke wie ein Alkoholfahrt mit 1,1 Promille
Die Polizei warnt im Kreis Recklinghausen auch vor der Handybenutzung am Steuer eines Autos, das so stark die Aufmerksamkeit und Reaktionszeit ablenke wie ein Alkoholfahrt mit 1,1 Promille
Foto: Polize
Führungsstelle Verkehr des Polizeipräsidiums Recklinghausen wird beim Verkehrsunfallbericht im Frühjahr besonders auf das Thema eingehen.

Gladbeck.  . Nicht nur die Polizei sorgt sich um das zunehmende Problem der so genannten „Smombies“. Dies sind Personen, die sich und andere Menschen im Straßenverkehr gefährden. Smombie ist aus den Worten Smartphone und Zombie zusammengesetzt und bezeichnet das Problem: Durch das Starren auf den kleinen Bildschirm, möglicherweise noch bei gleichzeitigem lauten Musikgenuss, gehen Smobies stark abgelenkt über Straßen und Plätze, achten nicht auf den Verkehr – oder schlimmer noch: sie bedienen währen der Autofahrt am Steuer ihr Mobiltelefon.

„Im neuen Jahr wird die Führungsstelle Verkehr darauf bei ihrem Verkehrsunfallbericht besonders eingehen“, sagt Wieland Schröder von der Polizeipressestelle des Polizeipräsidiums Recklinghausen.

Möglicherweise werde dies ein Schwerpunktthema der weiteren Polizeiarbeit im Kreis sein. Denn das Smombie-Thema ist ein ernstes Problem. Im Vorjahr werteten die Statistiker allein die behördenweite Zahl von 4880 geschriebenen Anzeigen im Kreis wegen Handynutzung am Steuer aus. Im Oktober warnte die Kreispolizei im Rahmen einer landesweiten Kampagne, wie gefährlich das Texten am Steuer ist: erwiesenermaßen sinke dadurch die Aufmerksamkeit für den Verkehr um satte 70 Prozent – so, als ob man 1,1 Promille Alkohol im Blut habe.

Erwischte Fahrer, die fast im Blindflug bei verfünffachtem Unfallrisiko am Steuer über die Straßen jagen, müssen mit einem Punkt in Flensburg rechnen und zahlen eine Geldstrafe von 60 Euro. Freilich ist die Handynutzung auch für Radler tabu, die neben einem Unfall ein Bußgeld von 25 Euro riskieren; bei Behinderung durch zu lautes Musikhören werden 15 Euro fällig.

Aber auch die Fußgänger-Smobies sind ein Problem. „Unsere Fahrer wurden angewiesen, besonders im Bereich der Busbahnhöfe auf stark abgelenkte Handynutzer zu achten, die die Fahrbahnen queren,“, sagt Reimund Kreutzberg von der Vestischen. In Gelsenkirchen starb ein Fußgänger, als er mit Kopfhörer abgelenkt die Gleise betrat und von der Straßenbahn erfasst wurde. Pressesprecher Kreutzberg begrüßt so die von Bogestra und Polizei in Gelsenkirchen fürs Frühjahr angekündigte Kampagne, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen. „Wenn das Polizeipräsidium Recklinghausen dies fürs Kreisgebiet vorschlägt, ist die Vestische sicher mit dabei“.

 
 

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