Gurlitt an der Wohnzimmerwand

Knut Schmitz hat einen echten Gurlitt an der Wand - ein Werk von Friedrich Gurlitt, geboren 1865 in Hamburg.
Knut Schmitz hat einen echten Gurlitt an der Wand - ein Werk von Friedrich Gurlitt, geboren 1865 in Hamburg.
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck..  Seit Anfang November hält der spektakuläre Kunst-Fund von München die Kunst-Szene in Atem. Knut Schmitz liest die Berichte dazu mit besonderem Interesse, denn er hat einen echten „Gurlitt“, ein Ölgemälde auf Leinwand, an der Wohnzimmerwand hängen!

Gurlitt - der Name dieser angesehenen Münchener Künstler- und Intellektuellenfamilie spielt bei dem Fund von 1406 Kunstwerken eine zentrale Rolle. Die Kunstwerke, darunter Gemälde von weltbekannten Meistern wie Max Liebermann und Henri Matisse, wurden in der Wohnung von Cornelius Gurlitt entdeckt, Sohn von Hildebrandt Gurlitt (1895-1956), der während der Nazi-Zeit im Auftrag der Nationalsozialisten sogenannte „entartete Kunst“ auf dem internationalen Kunstmarkt zu Geld machte.

„Als ich das alles las, dachte ich: Mensch, Du hast ja auch einen Gurlitt“, erzählt Knut Schmitz im Gespräch mit der WAZ. Seit den 80-er Jahren gehört das besagte Ölgemälde, eine Landschafts-Szenerie, dem Gladbecker. Damals stieß er im Keller eines Bekannten auf das Bild - und da er sich schon immer für Kunst interessierte, kaufte er seinem Bekannten das Gemälde für ein paar D-Mark ab. Das Bild zeigt eine Wiesen- und Schilf-Landschaft mit einem Gewässer im Vordergrund und einem Dorf auf der rechten Bildseite. Gekonnt ineinander übergehende Grüntöne zeichnen das Werk aus, über der Landschaft türmt sich ein Wolkengebirge auf.

Schon 2001 schrieb Knut Schmitz ein Hamburger Auktionshaus an und bat um Auskunft zum Thema Friedrich Gurlitt: Der Maler wurde 1865 in Hamburg geboren, er war auch als Architekt tätig, studierte an der Technischen Hochschule in Berlin und erhielt seine malerische Ausbildung in Berlin, München und Paris. Bemerkenswert: Er war Schüler von Lovis Corinth, einem bedeutenden Maler und Grafiker jener Zeit. Ebenfalls bemerkenswert: Von 1895 bis 1906 weilte Friedrich Gurlitt fern von Europa in Deutsch-Ostafrika.

Eine Maler- und Architekten-Karriere also mitten aus dem Kaiserreich - das Gurlitt-Gemälde, das bei Knut Schmitz an der Wand hängt, wurde im Jahr 1913 in München erstellt - die entsprechende Signatur zeugt davon.

Welche verwandtschaftliche Beziehung gibt es eventuell zu Hildebrandt Gurlitt? Wie ist Friedrich Gurlitt in den großen Gurlitt-Clan einzuordnen? Auf all’ diese Fragen sucht Knut Schmitz jetzt Antworten. Und natürlich würde ihn auch der genaue aktuelle Wert des Kunstwerks interessieren. . .

 
 

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