Große Kunst im Kleinformat

Michael Skarupianski nahm den Preis stellvertretend für seine Frau von Karoline Dumpe entgegen.
Michael Skarupianski nahm den Preis stellvertretend für seine Frau von Karoline Dumpe entgegen.
Foto: WAZ FotoPool
11. Preisträgerin des Zimolong-Förderpreises, den erstmals der Verkehrsverein vergab, ist Karolina Jarmolinska. Sonderpreis der Stadt ging an Ute Schätzmüller

Große Kunst zeigt sich auch in kleinem Format - der Auffassung ist die Jury des Wilhelm-Zimolong-Förderpreises (2500 Euro), der in diesem Jahr zum elften Mal, aber zum ersten Mal vom Verkehrsverein Gladbeck vergeben wurde. Preisträgerin ist Karolina Jarmolinska (28), eine gebürtige Polin, die in Warschau studiert hat und in Karlsruhe lebt. Sie beeindruckte die Jury mit ihrer Werkreihe kleiner Porträts von Verstorbenen, genannt „In Memorian“ .„Die kleinen Bilder erzeugen große Gefühle und wecken Erinnerungen“, begründete Jurymitglied Karoline Dumpe bei der Preisverleihung in der Alten Spedition die Entscheidung. „Es ist an der Zeit, den Blick aufs Kleine zu richten, das Großes erzählt.“

Auch der Sonderpreis der Stadt Gladbeck, dotiert mit 1500 Euro, geht diesmal an eine Künstlerin: Ute Schätzmüller (30) aus Essen, „schafft mit ihren Drahtlithografien verblüffende Objekte und Figuren“, lobte Bürgermeister Ulrich Roland.

Was bedeutet ein solcher Kunstpreis? Es ist ein „Meilenstein auf dem Weg der Künstler“, erklärte Karoline Dumpe dem zahlreich erschienenen Gästen bei der Preisverleihung in der Alten Spedition. Nicht nur, dass nachfolgende Jurys dem Urteil gern folgen, auch die fördernde Wirkung ist offenbar recht nachhaltig. Dafür geben die bisherigen Zimolong-Preisträger ein gutes Beispiel. Sie alle sind ihrem Beruf treu geblieben und arbeiten als Künstler.

Die Qualität der in Gladbeck ausgezeichneten Künstler zeigt sich aber noch in anderer Hinsicht: Viele von ihnen lehren mittlerweile an Hochschulen. Johannes Wildermut, der die Auszeichnung vor drei Jahren erhielt, hat einen Lehrauftrag an der Kunstakademie in Kassel. Gereon Krebber ist Professur für Bildhauerei an der Kunsthochschule in Düsseldorf, die gebürtige Gladbeckerin Judith Samen ist Professorin für Fotografie an der Kunsthochschule in Mainz. Der erste Zimolong-Preisträger aus dem Jahr 1982, Christian Paulsen, lehrt mittlerweile in Essen und war Mitglied der Jury.

Aus fast 100 Bewerbungen wählte diese acht Künstler und Künstlerinnen für die engere Wahl aus. Sie alle, deren Werke bis zum 30. Juni in der Ausstellung „Junge Kunst im Ruhrgebiet“ zu sehen sind, erfüllten die strengen Kriterien der Jury: „Eine eigenständige Handschrift und handwerkliche Qualität“, nennt Karoline Dumpe zwei davon, die ergänzt werden müssen mit dem besonderen, dem überraschenden Moment. „Wir suchen nach Dingen, die wir so nicht gesehen haben“.

 
 

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