Gladbeck

Gladbeckerin als beste Master-Studentin ausgezeichnet

Marcus Esser
Die diesjährigen Studienpreisträger der Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen, darunter Maike Lindemann (links) aus Gladbeck.
Die diesjährigen Studienpreisträger der Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen, darunter Maike Lindemann (links) aus Gladbeck.
Foto: FUNKE FotoServices
Maike Lindemann wurde an der Westfälischen Hochschule mit dem in diesem Jahr zum ersten Mal ,doppelt’ verliehenen Erich-Müller-Preis ausgezeichnet.

Gladbeck.  . „Ich kann es noch gar nicht richtig fassen“, sagt Maike Lindemann. „Denn ich habe gedacht, dass eher eine Arbeit mit populärerem Thema ausgezeichnet wird, zum Beispiel die über seniorengerechteres Verpackungsdesign“, sagt die 25-Jährige. Die Jury der Westfälischen Hochschule hat aber die Masterarbeit der Gladbeckerin nicht nur mit dem Studienpreis, sondern die Gladbeckerin auch als Beste aller Master-Absolventen am Standort mit dem erstmals ,doppelt’ vergebenen Erich-Müller-Preis ausgezeichnet. Maike Lindemann beschäftigte sich im Fachgebiet Medizintechnik damit, wie man die Erkennung von Brustkrebs verbessern kann.

Masterprüfung mit Note 1,0

Das sei natürlich ein durchaus relevantes Thema, so die Nachwuchswissenschaftlerin, die ihre Master-Prüfung mit der überragenden Note 1,0 abschloss. Ob sie genauer erklären könne, wobei es bei ihren Forschungen geht? „Um Brusttumore entdecken zu können, wird als Untersuchungsverfahren eine Kombination von Magnetresonanz- und Positronen-Emissions-Tomographie angewandt, um auf dem Monitor ein Bild zu erhalten, das die Position des Krebsgeschwüres anzeigt.“ Problem dabei: „Die Eigenstrahlung der Magnetspule trägt dazu bei, dass das von der Patientin eingenommene schwach strahlende Kontrastmittel, das sich im Tumor anlagert, bei kleinen Geschwüren schlecht abgebildet wird“, erklärt Maike Lindemann.

Die Studentin entwickelte ein Berechnungsverfahren, das diese „Unschärfe“ korrigiert. Mit dieser Schwächungskorrektur beschäftigt sich das junge Talent jetzt auch in ihrer Doktorarbeit.

Mit ihrem sehr technischen Studium sei sie in der Familie „ein kleiner Exot“ verrät die Preisträgerin. „Meine Mutter ist Pädagogin“ und der Vater habe als Journalist gearbeitet. Selbst nach dem Abitur am Ratsgymnasium mit den Leistungskursen Bio und Erdkunde sei ihr noch nicht klar gewesen, welchen Weg sie weiter einschlagen wolle. „Die Idee kam durch das Gespräch bei der Berufsberatung und meine guten Noten in Mathe und Physik.“ Ein wohl guter Vorschlag: „Die Medizintechnik hat mir als Studium auf Anhieb gefallen.“

Die Lieben mit Geschenken bedenken

Kleiner Wermutstropfen für die Zweckelerin, die sich beim Cello-Spiel oder Joggen entspannt: Eine berufliche Karriere bei Firmen wie Siemens oder Philipps wird sie aus der Heimatstadt wegführen.

Jetzt freut sich Maike Lindemann aber zunächst aufs Weihnachtsfest und will mit ihrem 1500-Euro-Preisgeld auch „ihre Lieben mit schönen Geschenken bedenken“. Dabei sind ihre Gedanken auch beim Vater. Er sei ein Grund gewesen, sich dafür einsetzen zu wollen, „dass die Krebsdiagnostik verbessert wird“ sagt Maike Lindemann leise: „Er ist vor einigen Jahren an Krebs gestorben.“

Preis benannt nach dem ersten Direktor 

Der erstmals in diesem Jahr an der Stadtgrenze zu Gladbeck an der Westfälischen Hochschule in Buer doppelt vergebene Standortpreis ist nach dem ersten Direktor des heutigen Hochschulstandortes Gelsenkirchen, Erich Müller (†) benannt. Der Preis in der Kategorie „Master“ ist mit 1500 Euro dotiert und wird von der Sparkasse Gelsenkirchen finanziert. Der 500-EuroBachelor-Standortpreis wird vom Reisedienst Nickel getragen.

Damit will die Hochschule der Bologna-Reform Rechnung tragen, die aus zuvor durchgehenden Diplom-Studiengängen eine „internationalisierte“ vorausgehende Bachelor-Phase und eine optional folgende Master-Phase gemacht hat. „Wenn wir zwei Abschlüsse vergeben, vergeben wir ab diesem Jahr auch zwei Standortpreise“, so WH-Präsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann in seiner Ansprache.

Sonderpreis für Studentin aus Togo

An besonders erfolgreiche Absolventen – darunter die Standortpreisträger – wurden zudem acht mit je 300 Euro dotierte Studienpreise vergeben, die der Gelsenkirchener Hochschulförderkreis stiftete. Der insgesamt am Abend elfte verliehene Preis ist ein Sonderpreis des „Deutschen Akademischen Austauschdienstes“. Der mit 1000 Euro dotierte Preis ging an die Wirtschafts-Absolventin Akuvi Kafui Brigitte Egue aus Togo.