Gladbecker warnt Senioren vor dreister Abzocke

Vorsicht vor unseriösen Angeboten, die unrealistische Versprechen machen, rät die Verbraucherzentrale
Vorsicht vor unseriösen Angeboten, die unrealistische Versprechen machen, rät die Verbraucherzentrale
Foto: IKZ
Angebliches Gewinnschreiben der „Räucherkate“ lockt mit Geschenken und Prämien. Verbraucherzentrale warnt vor der „Räucherkate“, die bundesweit Infopost verschickt.

Gladbeck.  Ganz schön dreist findet Werner Antoniak die neuste Abzockmasche für die berüchtigten Kaffeefahrten, die ihm jetzt per Post ins Haus flatterte. „Diesmal ist es eine Danksagung für eine Nichtteilnahme und gleichzeitige Ermunterung, doch noch an einer erneuten Kaffeefahrt teil zu nehmen, denn die gesammelten Gewinne stehen für mich bereit“, schreibt der Gladbecker an die Redaktion.

Persönliche Ansprache

Darauf fällt er natürlich nicht ‘rein, aber er befürchtet, dass andere Adressaten, vor allem Senioren, die Masche dazu verlocken könnte, die beigefügte Antwortkarte auszufüllen und womöglich auf das Angebot einzugehen. Denn das Schreiben ist sehr direkt und persönlich abgefasst: „Sehr geehrter Herr Antoniak, auf der Frühjahrsfeier unserer Räucherkate haben wir Sie sehr vermisst“, heißt es darin, und es wird bedauert, dass er der letzten persönlichen Einladung ja „leider nicht nachgekommen“ sei. Denn man habe sich viel Mühe gehabt, ausreichend Geschenke einzukaufen, die er dann samt der Prämien nicht abgeholt habe . . .

Am Ende des Schreibens wird der Ton sogar etwas schärfer, kann auch als Mahnung verstanden werden: „Nach Rücksprache mit der Geschäftsleitung laden wir Sie noch einmal letzmalig ein, dieses nachzuholen.“ Dafür ist ein Termin am 5. August angegeben, bei dem es neben u. a. Fernseher, Butter, Fisch, Kräuterlikör und Gutsherren-Schinken auch 500 Euro für die Karte mit der Glücksnummer gibt, die Herrn Antoniak zugesandt wurde.

Die Verbraucherzentrale kennt die Masche der „Räucherkate“, die wohl vor allem im Norden aktiv ist, aber einmal im Jahr bundesweit ihre Einladungen zu einer Ausflugsfahrt verschickt. Verbraucherschützer aus Niedersachsen schildern das Beispiel einer 86-jährigen Seniorin aus Peine. Die Rentnerin zahlte am Ende insgesamt mehr als 1 500 Euro: Allein 100 Euro für ein Nahrungsergänzungsmittel, 138 Euro für die Vermittlungsgebühr für eine angebliche Reise, und das gewonnene Notfallhandy entpuppte sich als Mobilfunkvertrag.

An folgenden Merkmalen sind unseriöse Angebote zu erkennen:

1 Ankündigungen von angeblich wertvollen Geschenken – kein Anbieter hat was zu verschenken.

2 Einladung zu einer Ausflugsfahrt mit Gewinnübergabe an einen unbekannten Ort sowie kostenlose Abholung per Bus.

3Namentlich adressierte Gewinnmitteilungen als Infopost.

4Der Absender versteckt sich hinter einer Postfachadresse einer Auslandsadresse ohne Telefonnummer oder Internetadresse.

 
 

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