Gladbecker stiftet Schlägel & Eisen für Musikschul-Giebel

Jetzt schmücken wieder Schlägel und Eisen den Giebel des Musikschulgebäudes am Bernskamp.
Jetzt schmücken wieder Schlägel und Eisen den Giebel des Musikschulgebäudes am Bernskamp.
Foto: WAZ
Am Giebel des ehrwürdigen Gebäudes, das im wilhelminischen Stil beeindruckt, sind wieder Schlägel und Eisen montiert und bezeugen die Bergbauvergangenheit des Gebäudes. Dem Grubensteiger und Vater Klaus Liebig war diese Spende eine absolute Herzensangelegenheit.

Gladbeck..  Die ehemalige Berginspektion, in der die hiesige Musikschule seit dreißig Jahren unterrichtet, ist wieder komplett: Am Giebel des ehrwürdigen Gebäudes, das im wilhelminischen Stil beeindruckt, sind wieder Schlägel und Eisen montiert und bezeugen die Bergbauvergangenheit des Gebäudes.

„Ich habe oft vor der Musikschule gestanden und auf meinen Sohn Lukas gewartet. Ich wusste, dass die Musikschule einmal die Berginspektion war und musste feststellen, dass die Symbole des Bergbaus im Giebel ziemlich marode waren“, sagt Klaus Liebig. Der 54-Jährige war Grubensteiger mit Herzblut und konnte dieses traurige Bild nicht mehr länger ertragen. Bergleute reden nicht viel, sie sind gewohnt zu handeln. In dieser Tradition lebt auch Liebig, und er fackelte nicht lange: „Ich habe mit dem Leiter der Musikschule, Rolf Hilgers, gesprochen und ihm meine Idee vorgetragen. Der gab grünes Licht und dann habe ich angefangen.“

Das ursprüngliche Emblem war vom Zahn der Zeit angenagt worden. Es bestand aus Zinkblech und Holz und war nicht mehr zu retten. Also: Ein komplett neues Bergbausymbol musste her. „Ich habe durch die Gegend telefoniert und Kumpel aus dem Bergbau waren sofort Feuer und Flamme. So haben wir das Emblem gebaut“, erklärt Liebig. „Ich bin ja so froh, dass er auf so etwas geachtet hat. Da ist mir erst einmal bewusst geworden, wie wichtig diese Erkennungsmarke des Bergbaus für dieses Gebäude und das Verständnis seiner Vergangenheit ist“, sagt Rolf Hilgers.

„Da passiert nichts mehr.“

„Das neue Emblem hält ewig. Wir haben das aus rostfreiem Edelstahl gefertigt. Da passiert nichts mehr“, meint Klaus Liebig. Der Mann weiß wovon er redet. Doch wie kommt jetzt so ein Stück Eisen an den Giebel der ehemaligen Königlichen Berginspektion? „Die Freiwillige Feuerwehr Rentfort war sofort bereit, im Rahmen einer Übung mit der großen Drehleiter diese Aufgabe zu übernehmen“, freute sich Rolf Hilgers.

„Ich finde es ganz wichtig, an den Bergbau zu erinnern, wo immer es möglich ist. Die Geschichte des Bergbaus ist eine Geschichte von Arbeit und Wohlstand, aber sie wurde mit dem Blut ungezählter Kumpel geschrieben“, erzählt Klaus Liebig. Bergbau ist in seinen Augen „bis zum heutigen Tage eine zwar beherrschbare Sache, aber auch eine grundsätzlich gefährliche Angelegenheit“: „Die Kumpel in der Türkei mussten erst unlängst diese bittere Erfahrung machen“, sagt Klaus Liebig leidenschaftlich. Jetzt sind Schlägel und Eisen wieder an ihrem Platz – und das sei gut für Gladbeck und seine Bergbaugeschichte.

 
 

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