Gladbecker Jugendliche ganz beeindruckt von Israel

20 Jugendliche aus Gladbeck nahmen an der Gedenkstättenfahrt nach Israel teil. Das Foto zeigt sie in Jaffa, im Hintergrund ist Tel Aviv zu sehen.
20 Jugendliche aus Gladbeck nahmen an der Gedenkstättenfahrt nach Israel teil. Das Foto zeigt sie in Jaffa, im Hintergrund ist Tel Aviv zu sehen.
Foto: Georg Liebich-Eisele
Georg Liebich-Eisele, Organisator von Gedenkstättenfahrten, fuhr mit 20 jungen Leuten nach Israel. Im Mittelpunkt stand das Gedenken an den Holocaust.

Gladbeck.  Mit vielen neuen Eindrücken und lebendigen Erinnerungen an Begegnungen mit interessanten Menschen kehrten 20 Jugendliche von einer Gedenkstättenfahrt nach Israel zurück. Georg Liebich-Eisele, langjähriger Organisator von Gedenkstättenfahrten, hatte zum dritten Mal eine Reise in das Mittelmeerland angeboten.

Neun Tage waren die Jugendlichen mit zwei Begleitpersonen in Israel unterwegs, um sich an verschiedenen Orten mit der jüdischen Kultur, den Traditionen sowie vor allem durch Zeitzeugengespräche mit dem Thema Holocaust auseinanderzusetzen. „Ich finde das total wichtig, dass sich Jugendliche mit dem Thema beschäftigen“, so Liebich-Eisele. Dazu hatten die Gäste aus Gladbeck, zwischen 18 und 26 Jahren alt, ausgiebig Gelegenheit: Etwa beim Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, der weltweit bedeutendsten Gedenkstätte für die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden.

Dort unternahmen die Jugendlichen nicht nur einen Rundgang über den Campus mit Besichtigung der Allee der Gerechten, sondern sahen sich auch die Ausstellung an. Mit Saul Oren trafen sie einen Zeitzeugen, der als 14-jähriger Junge mit seinem Bruder nach Auschwitz deportiert worden war. Später war er durch „Selektion“ ins KZ Sachsenhausen gelangt, wo er medizinische Experimente überlebte. „Seine Schilderungen waren sehr ergreifend“, berichtet Liebich-Eisele.

Hochemotional war auch der Besuch des Zentrums für Holocaust- Überlebende in Holon bei Tel Aviv, wo die Deutschen mit 15 Zeitzeugen über deren Schicksale reden konnten. Einen halben Tag verbrachten Gäste und Gastgeber miteinander, es wurden auch Lieder gesungen und Gedichte vorgetragen. „Das war eine einmalige Atmosphäre.“ In Kleingruppen wurde mit den KZ-Überlebenden geredet, „das ging total unter die Haut, da sind auch ein paar Tränen geflossen“, berichtet Liebich-Eisele, der gemeinsam mit dem israelischen und ortskundigen Reiseleiter Uriel Kashi die Reisegruppe durchs Land führte.

Neben den Erinnerungen ging es auch um die Situation von Holocaust-Überlebenden heute, um handfeste Hilfe, aber auch psychosoziale Unterstützung, die etwa das Jerusalem-Büro Achma gewährt.

In Tel Aviv stand ein Stadtrundgang auf dem Programm. U. a. besuchte die Gruppe das Haus Meir Dizengovs, in dem David Ben Gurion 1948 die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel verkündete. Auch den Platz, auf dem 1995 der israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin ermordet wurde, stand auf dem Besichtigungsplan. In Givat Haviva wurde über das Zusammenleben von Israelis und Arabern diskutiert, anschließend unternahm die Gruppe eine Tour entlang der „Grünen Linie“ und besichtigte die Sperranlagen, insbesondere das Dorf Barta, das sich exakt auf der Grünen Linie befindet.

In Jerusalem schauten sich die Gladbecker nicht nur die Sehenswürdigkeiten wie Tempelplatz, Felsendom, al Aqusamoschee, Via Dolorosa und Grabeskirche an, sondern besprachen bei einer Führung auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Auch ein Rundgang durch das restaurierte jüdische Viertel, ein Besuch des Ölbergs mit Blick auf die Altstadt von Jerusalem und ein Spaziergang zum See Gethsemane gehörten zum Besuchsprogramm.

Georg Liebich-Eisele zog am Ende ein überaus positives Resümee: „Alle waren total angetan, sehr emotionalisiert und hatten das Gefühl, etwas Besonderes erlebt zu haben.“

 
 

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