Gladbecker holt Bad Religion zum Ruhrpott Rodeo 2014

Beim Ruhrpott Rodeo 2012 drehte Marky Ramone auf der Bühne auf. Zum Festival in diesem Jahr kommen unter anderem Bad Religion als Headliner.
Beim Ruhrpott Rodeo 2012 drehte Marky Ramone auf der Bühne auf. Zum Festival in diesem Jahr kommen unter anderem Bad Religion als Headliner.
Foto: Bettina Schack
Was klein angefangen hat, ist mittlerweile Deutschlands größtes Punkrock-Festival. An drei Tagen wird das Ruhrpott Rodeo wieder tausende Musikbegeisterte in den Nordosten des Ruhrgebiets locken. Headliner 2014 sind unter anderem Bad Religion. Der Veranstalter Alex Schwers ist selbst Fan geblieben.

Gladbeck/Bottrop/Hünxe.. Der Weg zu Deutschlands mittlerweile größtem Punkrock-Festival führt über eine fast spießige Reihenhaus-Siedlung im Norden von Gladbeck-Rentfort. Hier lebt Alex Schwers mit seiner Frau und den zwei Kindern. Es ist elf Uhr vormittags, als der 40-Jährige aus dem Badezimmer kommt. „Ich stehe sonst nicht so früh auf“, sagt Schwers und nimmt zum Gespräch Platz. Der 40-jährige Gladbecker ist der Kopf hinter dem Ruhrpott Rodeo, das auch in diesem Jahr wieder auf einer Wiese nahe des Flugplatzes Schwarze Heide, schon auf Hünxer Stadtgebiet, steigt. Mit Acht- bis Neuntausend Punkrock-Fans rechnet Schwers an den drei Tagen an und nach Christi Himmelfahrt. Das Programm ist erlesen. Für das Ruhrpott Rodeo 2014 hat Schwers Szene-Größen wie Pennywise, Turbonegro, Terrorgruppe, Millencollin und Cock Sparrer gewinnen können. Am Freitag, 30. Mai, werden die US-Ur-Punkrocker von Bad Religion als Headliner unter Beweis stellen, dass sie seit über 30 Jahren für ehrlichen und aufrechten Punkrock stehen.

Punkrock ist ein Standbein

Musik ist die Konstante im Leben von Alex Schwers. Hunderte Vinyl-Platten sind im Wohnzimmer aufgereiht. Für den Fotografen posiert er mit Scheiben von Bad Religion und Turbonegro - und trägt ein T-Shirt von ABBA. „Ich bin ein totaler Fan von denen“, sagt Schwers, „die finde ich super.“ Und: „Ich bin nicht als Punk zur Musik gekommen.“ Über Jahre hat Schwers in der mittlerweile aufgelösten Jessica Band Rock- und Pop-Klassiker gecovert - „ein netter Ausgleich“. Ein Großteil der Platten in seinen Regalen besteht aus Hard Rock, erzählt er. Und doch war es der Punkrock, der immer präsent war. „Da ist am meisten vom ursprünglichen Geist der Musik zu spüren“, erzählt Schwers, „es gibt keinen Starkult, es geht mehr um die Sache.“ In fünf Punkrock-Bands ist der Gladbecker aktuell aktiv, darunter auch am Schlagzeug bei der deutschen Legende Slime. Nebenbei arbeitet er noch an einer Rock-Oper über die Wirtschaftskrise mit. „Musik war immer mein Lebensinhalt“, sagt der 40-Jährige. Punkrock ist ein Standbein.

In seinen jüngeren Jahren hat Schwers, der in Gladbeck auf das Heisenberg-Gymnasium gegangen ist, schon alles Mögliche neben der Musik gemacht, Eier sortiert in einer Legehennenfabrik, als Bestattungsgehilfe gearbeitet, eine Schreiner-Lehre gemacht und abgeschlossen. Nur die Musik war immer da. Festival-Veranstalter ist der 40-Jährige seit 1999 - seit der Premiere von Punk im Pott, bei der Erstauflage noch in der Zeche Carl in Essen, mittlerweile in der Oberhausener Turbinenhalle beheimatet, immer zwischen Weihnachten und Neujahr. Dabei hatte Schwers stets einen Gedanken im Hinterkopf: „Das Ruhrgebiet braucht ein richtiges Open-Air.“ Bis 2007 wird es noch dauern bis zum ersten Ruhrpott Rodeo.

„Wir haben klein angefangen“, erinnert sich Schwers. 1200 Musikbegeisterte zog es damals in Amphi-Theater nach Gelsenkirchen. Zwei Tage lang regnete es durch. Den Mut, Geld für einen echten Headliner in die Hand zu nehmen, habe er damals nicht gehabt. Die Bilanz der Erstauflage: „ein Flop“. 2008 zieht das Ruhrpott Rodeo in die Nähe des Flugplatzes Schwarze Heide - und von da an beginnt es zu wachsen. 7000 Besucher kamen im vergangenen Jahr, diese Marke sollte in diesem Jahr geknackt werden, hofft der Veranstalter: „Der Vorverkauf läuft besser als je zuvor.“ Wer etwa noch auf ein Camping-Ticket für die drei Tage hofft, sollte sich bereits sputen.

In der Peripherie im nordwestlichen Ruhrgebiet

Die gewachsene Bedeutung des Festivals wird allein an den Acts deutlich, die Schwers in den letzten Jahren in die Peripherie im nordwestlichen Ruhrgebiet geholt hat: Marky Ramone und Jello Biafra, UK Subs und D.O.A, Kassierer und Lokalmatadore, The Damned und Black Flag. Dabei ist Schwers während des Festivals nicht nur Veranstalter, sondern immer auch Fan. Enttäuscht haben ihn die Misfits 2011, begeistert hat in Ex-Dead-Kennedys-Frontmann Biafra. Am Abend vor dem Auftritt vor drei Jahren haben er und Schwers noch gegrillt, vegane Würstchen, erinnert sich der Gladbecker. Am nächsten Tag dreht Biafra dann auf der Bühne groß auf. Auf der Bühne steht manchmal auch Schwers selbst - wie 2010 beim ersten Auftritt nach der Reunion von Slime - mit dem Veranstalter am Schlagzeug: „Da stand jeder vor der Bühne, da hat die Luft gebrannt.“ Auch da flammt sie wieder auf: Schwers’ Leidenschaft für die Musik. Es könnte passieren, dass auch beim Ruhrpott Rodeo 2014 nicht allein die Sonne brennt.

 
 

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