Gladbecker ärgert sich gleich über zwei Banken in der Stadt

Hans Jürgen Opora ist ziemlich sauer - auf die Volksbank und auf die Sparkasse.
Hans Jürgen Opora ist ziemlich sauer - auf die Volksbank und auf die Sparkasse.
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Die Volksbank hat die Gebühren für das Schließfach von Hans Jürgen Opora drastisch erhöht. Und die Sparkasse wollte kein Geld wechseln.

Auf Kreditinstitute ist Hans Jürgen Opora gerade nicht besonders gut zu sprechen. Die Volksbank hat das Entgelt für sein Schließfach drastisch erhöht, und in einer Sparkassen-Zweigstelle wollte man einen 50-Euro-Schein nicht in kleinere Scheine wechseln.

Bei der Volksbank hat Opora ein großes Schließfach gemietet, in dem der Philatelist seine Briefmarkensammlung aufbewahrt, weil die Hausratversicherung bei einem Diebstahl aus der Wohnung für diesen Schaden nicht aufkäme. 204,45 Euro hat der 64-Jährige für das Schließfach zuletzt im Jahr bezahlt, jetzt bucht die Bank pro Quartal 70,23 Euro ab.

„Die nennen in ihrem Schreiben nicht mal die Gesamtsumme fürs Jahr, bestimmt mit Absicht, weil sie hoffen, dass die meisten Kunden nicht nachrechnen“, argwöhnt Opora. Er hat gerechnet: „280,92 Euro muss ich jetzt bezahlen – eine Steigerung um knapp 40 Prozent. Das ist unverschämt“, empört er sich.

Ebenfalls Ärger über Sparkasse

Die Volksbank begründet die Erhöhung damit, dass die „technischen Sicherheitsstandards unserer Fachanlagen und auch der Zugangskomfort nochmals deutlich erhöht“ worden seien. Außerdem handele es sich um die erste Preiserhöhung seit 15 Jahren. „Das stimmt nicht. Ich habe das Schließfach seit 1999. Damals, noch zu DM-Zeiten, habe ich dafür umgerechnet 120 Euro bezahlt“, behauptet Hans Jürgen Opora.

Wilhelm Uhlenbruch, Marketingchef der Volksbank Ruhr Mitte, betont auf WAZ-Anfrage: „Auch nach der Preiserhöhung werden die Schließfächer vergleichsweise günstig angeboten. Der übliche Marktpreis liegt bei etwa zehn Euro pro Zentimeter Fachhöhe, wir nehmen jetzt sechs Euro.“

Am liebsten würde Hans Jürgen Opora seine Alben anderswo deponieren. Aber er befürchtet, jede Bank vermiete Schließfächer nur an eigene Kunden.

Apropos eigene Kunden: Der 64-Jährige hat sich auch über die Sparkasse geärgert. Am Automaten in der Zweigstelle an der Voßstraße hat er 100 Euro gezogen. Die 4,50 Euro Gebühren hat er in Kauf genommen, auch wenn er sie „ausgesprochen happig“ findet. Weil er kleinere Scheine brauchte, wollte er in der Filiale fünf Zehner für einen Fünziger, aber: „Weil ich kein Sparkassenkunde bin, hat man sich geweigert, das Geld zu wechseln.“ Matthias Bludau, Pressesprecher der Sparkasse, kann den Ärger nachvollziehen, zumal Opora das Geld Minuten vorher am Sparkassenautomaten gezogen hatte. Doch der Fachmann erklärt auch: „Die Mitarbeiter können nicht anders handeln. Das Geldwäschegesetz schreibt eindeutig vor, dass Kreditinstitute keinen Fremdkunden Geld wechseln dürfen.“

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