Gladbeck tanzt beim Up to dance Festival

An zwei Tagen standen in Gladbeck alle Zeichen auf Tanz. In den begehrten Workshops übten begeisterte Tänzer aus der Region unter Anleitung von Profis beim „Up to dance“ Festival neue Schritte ein, in den Abendgalas zeigten sie ihre Kunst.

Gladbeck..  „5, 6, 7, 8!“, ruft Trainerin Vicky Weißbrodt (25) durch die Sporthalle der Anne-Frank Realschule. Dann geht es ab auf dem Parkett. „Ihr müsst euch wirklich zwingen, die Füße mitzunehmen.“ Ein letzter Hinweis, ehe Bruno Mars durch die Halle schallt, und die knapp 30 Workshopteilnehmer lassen Beine und Arme synchron durch die Luft fliegen.

Obwohl der „VideoClipDance“-Workshop gerade erst angefangen hat, können sich die ersten Schritte der Choreographie sehen lassen. Die Musik wird zurückgespult. Die nächsten Schritte kommen hinzu. Einzelne Passagen werden einstudiert und zusammengefügt, erst ohne, dann mit Musik. „Okay, probieren wir das“, ruft Vicky Weissbrodt immer wieder. „Finger, Finger, Mund, tief.“ Für den Laien klingt das durchaus schräg, die Teilnehmer aber wissen genau, wie sie sich nun bewegen müssen.

Trainerin Vicky Weissbrodt weiß genau, wie sie ihre Schützlinge „auf den Beat“ bekommt. Die Kölnerin absolvierte eine professionelle Ausbildung an der Musical- und Schauspielschule in Freiburg, genoss Fortbildungen in Los Angeles und arbeitete jüngst als Assistenzchoreographin für „Deutschland sucht den Superstar.“

Selbstverwirklichung

Was sie am Tanzen so fasziniert, das ist für sie ganz einfach zu beantworten. „Hier verwirkliche ich mich selbst“, erklärt die Dozentin. „ Beim Tanzen verarbeite ich Erlebnisse. Alles ist mit Emotionen verbunden.“ Diese Begeisterung, diese Emotionen, möchte sie gerne weiter geben.

Und so viel ist zu beobachten: Das gelingt eindrucksvoll. „Einfach ist es nicht. Aber es macht riesigen Spaß“, erklärt Lena Silvanus (14). Sie ist extra aus der Eifel angereist, um an dem Workshop teilzunehmen. Erfahrungen mit dem Tanzen sammelt die junge Schülerin schon seit Jahren, doch die Hip-Hop-Moves sind auch für sie neu. „Ich tanze eigentlich eher Jazz. Das hier ist etwas ganz anderes.“ „Es ist anstrengend, aber gerade das ist die Herausforderung an diesem Workshop“, sagt auch Sophie Larscheid (13).

Stadt tanzt an zwei Tagen

Auch in diesem Jahr wurde an zwei Tagen getanzt. Die Workshops liefen Samstags und Sonntags. Die Abendgala war der traditionelle Höhepunkt des „Dance-Weekend“. Die Workshops waren, wie gewohnt, gefragt. Bis kurz vor Beginn klingelte das Telefon. „Auch einen Abend vorher noch“, erinnerte sich Katharina Funke (22) vom Up-to-Dance- Organisationsteam.

Zurück auf dem Parkett ist nach 90 schweißtreibenden Minuten Feierabend. Es war anstrengend, doch aufgegeben hat hier niemand. Mal wollten die Beine nicht, dann wiederum die Arme. Dennoch: Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Einem Videoclip stünde nichts mehr im Wege. . .

Die Abendgala

Stilvoll, ästhetisch und kreativ - das sind wohl die passendsten Attribute für die Abendgala des 25. Up to Dance-Festivals am Samstagabend. Von Beginn an begeisterten die Tänzerinnen und Tänzer in der Mathias-Jakobs-Stadthalle. Ein absoluter und vorgezogener Höhepunkt war ohne Zweifel die Choreographie der Gruppe „Explode“ aus Velbert. Mit ihrem Stück „Super Mario“ tanzten sie sehenswert und auch sehr lustig den Kampf von Videospiel-Klempner Mario um Prinzessin Peach nach.

Wechselbad der Gefühle

Nicht weniger eindrucksvoll präsentierten sich die weiteren Protagonisten der Start-Up-Show. Beim Step-Dance glitzerten „Die Teddy-Stepper“ in funkelnden Kleidern auf der Bühne, Jana Barkanowitz zeigte mit ihrem Solo „Die Linie“, was im Tanz alles möglich ist. Für die Zuschauer war es ein Wechselbad der Gefühle. Es wurde ruhig und langsam getanzt, ehe wieder ein großartiges Feuerwerk auf der Bühne gezündet wurde. Durch das Programm führte Arnd Wende in der nicht ganz ausverkauften Gladbecker Stadthalle.

Das Festival lebte auch bei der diesjährigen Auflage von der Vielfalt der Stile und Darbietungen. Ob starker Ausdruckstanz, Hip-Hop Moves, Jazz Dance oder Musical - bei der Show kamen Tänzer und Zuschauer gleichermaßen auf ihre Kosten. In zwei Aufführungen sahen sie mehr als 30 verschiedene Tanzgruppen. Insgesamt dauerte das Spektakel fast vier Stunden.

Laut wurde es noch einmal als die „L.A. Dance Company“ das Parkett betrat. In ihrer Nummer „Ready to Rumble“ kombinierten die mehr als 15 Tänzerinnen alle möglichen Video-Clip und Hip-Hop Moves und sorgten für „Klitschko-Feeling“ in der Halle.

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