Gladbeck inspiriert Essener Diskussion

Die B 224 in Gladbeck. Foto: Franz Meinert / WAZ FotoPool / Archiv
Die B 224 in Gladbeck. Foto: Franz Meinert / WAZ FotoPool / Archiv
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Das Wort „Ratsbürgerentscheid“ hat auch in die Essener A-52-Debatte Einzug gehalten.

Gladbeck / Essen.. Der Ausgang des A-52-Ratsbürgerentscheids in Gladbeck und die Absage der Gladbecker an einen Tunnelbau haben auch in der Nachbarstadt Essen für viel Aufsehen gesorgt.

So brachte der Essener SPD-Vorsitzende Dieter Hilser nun den Gedanken ins Spiel, ob man nicht auch in Essen einen Ratsbürgerentscheid zum seit Jahrzehnten heiß umstrittenen A-52-Ausbau durchführen solle. Allerdings, so ergänzte Hilser gegenüber der WAZ Essen, sehe er „aktuell“ dafür keine Notwendigkeit.

Die Essener Grünen wollen nach dem „Nein“ der Gladbecker sozusagen die Gunst der Stunde nutzen und verstärkt für ein eigenes Mobilitätskonzept werben, das ohne eine „Durchstreckung“ der A 52 durch den dicht besiedelten Essener Norden auskommen soll. Zugleich greifen die Essener Grünen eine alte Idee wieder auf: einen Deckel auf der A 40 (Ruhrschnellweg).

Nach diesen Vorstellungen soll die A 40 im Abschnitt zwischen Wickenburg und Essener Innenstadt mit einem Deckel ausgestattet werden, die Stadtbahntrasse der U 18 soll auf die Oberfläche dieses neuen Deckels verlegt werden, es entstünde ein neuer „Boulevard“ mit viel Raum für Wohnungen, Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen.

Das klingt fast schon ein wenig nach jenen Vorstellungen, die im Zuge der A-52-Diskussion zum Thema „Stadtallee“ in Gladbeck skizziert wurden - auch hier war ja die Rede von attraktiven Entwicklungsflächen entlang der A-52-Tunneltrasse, die sich laut Stadt für insgesamt vier Millionen Euro hätten vermarkten lassen.

Die WAZ-Lokalredaktion Essen bilanziert in ihrer Ausgabe vom 3. April: „Die einen mögen es bedauern, die anderen nicht, aber der Ausbau der A 52 ist durch den Gladbecker Ratsbürgerentscheid nicht näher gerückt.“

Auch in der Nachbarstadt Essen werden die A-52-Diskussionen also weitergehen. Der dortige SPD-Chef Dieter Hilser sagt: „Man muss sich darauf einstellen, dass die A 52 spät kommt, wenn sie überhaupt kommt.“

 

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