Gladbeck diskutiert weiter über das Reizthema Zukunft B 224

Die Diskussion um die B 224 geht weiter.
Die Diskussion um die B 224 geht weiter.
Foto: WAZ
Was passiert mit der B 224, wenn der Autobahnausbau sich der Gladbecker Stadtgrenze nähert? Darüber streiten nach wie vor Bürgerforum und Politik, und natürlich auch die Politik untereinander. Jüngste Kontrahenten in Sachen B 224: Michael Hübner (SPD) und Mathias Raith (Bürgerforum)

Gladbeck.  Die B 224/A 52 ist nach wie vor ein Reizthema in Gladbeck. Die jüngste Debatte löste FDP-Bürgermeisterkandidat Michael Tack mit seinen Äußerungen zum nach wie vor von Minister Groschek geplanten Ausbau bis zum A 2-Kreuz aus. „Eine Scheindebatte“, meinte dazu SPD-MdL Michael Hübner und erntete prompt Widerspruch vom Vorsitzenden des Bürgerforums, Matthias Raith. Was wiederum eine Reaktion von Michael Hübner auslöste, auf die erneut Matthias Raith reagiert . . .

Michael Hübner zu Mathias Raith: „Ich habe das Gefühl, dass einige Missverständnisse zwischen uns herrschen. Deshalb vorweg: Ich halte es für höchst unwahrscheinlich, dass es zu einem erneuten Ausbauvorschlag zur B 224 kommen wird. Und das ist auch richtig. Es wäre fatal, die Entscheidung der Gladbecker Bürger zu missachten! Dies habe ich sehr häufig deutlich gemacht, genau deshalb bezeichne ich die Ausbau-Debatte auch als eine Scheindebatte. Konsequenz der Entscheidung der Bürger ist aber, zu akzeptieren, dass die Möglichkeiten, die Situation auf der B224 zu verbessern, begrenzt sind. Die B224 ist keine innerstädtische Straße, kann es aufgrund ihrer Bedeutung für die Region nicht sein.

Dass Bundesstraßen der Abwicklung überregionaler Verkehre dienen ist allgemeine Definition. Genau dieser Punkt ärgert mich an Ihren Darstellungen. Es stimmt nicht, dass ich nicht wahrhaben wollte, dass die B224 zu großen Teilen für den Fernverkehr genutzt wird. Es ist vielmehr ein Fakt, der nie infrage stand.

Viel wichtiger ist – da bin ich ganz ihrer Meinung – dass mit dem Ergebnis des Ratsbürgerentscheids entsprechende Maßnahmen getroffen werden, um die Lebenswelt am Rande der B224 zu verbessern. Viele denkbare Maßnahmen – z. B. Verkehrs- und Geschwindigkeitsbegrenzungen – haben wir beschlossen und werden derzeit geprüft. Gern bin ich bereit, weitere realistische Verbesserungsvorschläge zu diskutieren! Für eine solche Debatte wünsche ich mir aber sachliche Argumente.“

M. Raith an M. Hübner

Dazu Raith: „Sie hätten sich kürzer fassen können. Mit einem Satz, etwa wie folgt: „Ich werde mich, wenn Bund und Land das A 52-Vorhaben auf Gladbecker Boden weiter betreiben, mit allen politischen Mitteln dafür einsetzen, dass die Autobahn nicht gebaut wird.“ Leider nach wie vor Fehlanzeige! Alles andere und insbesondere das, was Sie jetzt schreiben, ist eine Lavierposition, die Ihnen nach der Wahl alle Optionen offen hält. Meine Befürchtungen werden durch Ihre Antwort bestätigt. Missverständnisse sehe ich da nicht. Sie schaffen in bemerkenswerter Weise Klarheit darüber, dass Ihre Position keine verlässliche Bank ist. Ich bin sehr sicher, dass die Gladbecker das gut begreifen werden.

Die von Ihnen erwähnten Maßnahmen zur kleinteiligen Optimierung des Verkehrs in und um Gladbeck können wir gern diskutieren, aber nicht als Ablenkungsmanöver, während hinter den Fassaden die Autobahn befürwortet wird.“

 
 

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