Gemischtes Doppel

Honig aus dem historischen Bienenhaus erwartet die Besucher zum Tag des Offenen Denkmals am 12. September auf dem Vöinghof an der Hornstraße. Foto: Ulla Michels
Honig aus dem historischen Bienenhaus erwartet die Besucher zum Tag des Offenen Denkmals am 12. September auf dem Vöinghof an der Hornstraße. Foto: Ulla Michels
Foto: WAZ

Gladbeck. Frisch gebackenes Brot aus dem historischen Backhaus, Honig aus der Imkerei und selbst gemachtes Schmalz – der Vöinghof macht den Besuchern den Tag des offenen Denkmals so richtig schmackhaft.

Zum dritten Mal schon öffnet das Berufsfortbildungswerk des DGB (bfw), das den denkmalgeschützten Bauernhof an der Hornstraße nutzt, am kommenden Sonntag, 12. September, von 11 bis 16 Uhr nicht nur die Scheunentore. Doch ist die dritte Auflage des offenen Denkmaltages schon etwas Besonderes: das bfw kann nämlich in diesem Jahr auch auf 25 erfolgreiche Jahre in Sachen Umschulung, Fortbildung und Wiedereingliederung von Jugendlichen und Erwachsenen ins Arbeitsleben zurückblicken.

Was sich so tut am Vöinghof, das können die Besucher natürlich auch am Sonntag begutachten. Um 12 und 14 Uhr gibt es Führungen durch die Bildungsstätte. Man kann zusehen bei Natursteinarbeiten und Schieferarbeiten nach traditioneller Handwerkskunst, man kann aber auch – die Meteorologen stellen ja wieder besseres Wetter in Aussicht – einfach über das 12 000 Quadratmeter große Gelände mit altem Baumbestand schlendern, den Bauerngarten besuchen oder die Bienenstöcke, die schon langsam wieder auf den Winter vorbereitet werden.

Maßnahme für 20
Jugendliche zum Start

„Das ist der schönste Arbeitsplatz, den man sich denken kann“, sagt Manfred Seier, Leiter der Bildungsstätte und Mann der ersten Stunde beim bfw am Vöinghof. Er hat von Anfang an mitbekommen, wie sich die Berufsbildungsstätte entwickelt hat, nachdem das bfw das denkmalgeschützte Areal 1985 vom Eigentümer, der Stadt Gladbeck, pachtete.

Seitdem haben Tausende vor allem langzeitarbeitsloser Menschen die Aus- und Fortbildungsmaßnahmen am Vöinghof absolviert, sind nach und nach auch immer mehr Tätigkeitsfelder erschlossen worden. Die Palette dessen, was die 14 ständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Vöinghof ihren Schützlingen vermitteln, ist ganz schön bunt geworden.

Angefangen hat alles im Juli 1985 mit einer einjährigen Maßnahme für 20 Jugendliche, im gleichen Jahr kam die Einrichtung einer Übungswerkstatt in den Bereichen Bau und Garten- und Landschaftsbau dazu. Heute gibt’s ein kaufmännisches Lernzentrum, ein Trainingszentrum, Logistik- und Lagerausbildung; heute können auch Firmen ihre Mitarbeiter vorbeischicken, damit die beispielsweise einen Motorsägen- oder Gabelstapler-Schein machen.

Sehr erfolgreich läuft das Werkstattjahr, Berufsorientierung für Schulen ist im Angebot, Langzeitarbeitslose sind bei den verschiedensten Projekten z.B. der Stadtteilerneuerung im Einsatz.

Silke Mäß, die am Vöinghof überwiegend Jugendmaßnahmen betreut, lobt die manchmal heilsame Wirkung des attraktiven Umfeldes: „Die Umgebung hilft, dass aufgedrehte Jugendliche auch mal wieder runterkommen. Ich sage immer: Wo andere Kurtaxe zahlen, dürfen wir arbeiten.“ Davon dürfen sich am Tag des offenen Denkmals alle Besucher selbst ein Bild machen.

Auch das Martin Luther Forum öffnet die Türen

Die ehemalige Markuskirche, die zum Martin Luther Forum Ruhr umgebaut wurde, ist unter Denkmalschutz gestellt. Am Tag des Offenen Denkmals besteht die Möglichkeit zur Begehung unter Führung von Rudi Lach und Dipl. Ing. Architekt Christoph Damm. Die Führungen starten um 12 bzw. 15 Uhr.

Außerdem ist eine kleine Ausstellung mit Bildern zum Thema „Umnutzung von Kirchen“ und eine Bilddokumentation zu Geschichte und Umbau der Kirche zu sehen. Die Dauerausstellung „Reformation und Ruhrgebiet“ sowie das Café am Turm im Martin Luther Forum Ruhr sind ebenfalls geöffnet. Um 15 Uhr wird in Anwesenheit des Bürgermeisters eine Denkmalplakette an der ehemaligen Markuskirche offiziell enthüllt.

 
 

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