Gehässiges Flugblatt zu A 52-Akteuren im Internet

Stein des Anstoßes in der Diskussion ist vor allem der Bau des A 2-Autobahnkreuzes in Höhe des Freizeitgebietes Wittringen.
Stein des Anstoßes in der Diskussion ist vor allem der Bau des A 2-Autobahnkreuzes in Höhe des Freizeitgebietes Wittringen.
Foto: www.blossey.eu
Geschmacklose Darstellung der „Autobahnbande“ stellt Zusammenhang mit Geiselgangster Rösner her. Bürgerforums-Chef distanziert sich im Nachhinein.

Gladbeck..  Ein Flugblatt zur aktuellen A 52-Diskussion in der Art einstiger Kopfgeldjäger-Plakate des Wilden Westens kursiert zurzeit im Internet und wurde auch per Mail an ausgesuchte Adressaten verschickt. Unter der Überschrift „Wanted - Die Gladbecker Autobahnbande“ werden die mit Zusatzbeschreibungen versehenen Konterfeis von Bürgermeister Roland („Appeltatenprinz“), MdL Hübner („Minister in spe“), Wirtschaftsförderer Breßer-Barnebeck („Rolf Schlägel“), Grünen-Fraktionschef Herrmann („Immobilienspekulant“) und CDU-Fraktionschef Peter Rademacher („Bürgermeister“) gezeigt. Die Runde wird komplettiert durch ein weiteres Porträt, das bekannte Bild des Gladbecker Geiselgangsters Rösner, der sich eine Pistole in den Mund steckt. „Vorsicht, diese Bande ist gefährlich. Sie riskieren Ihre Gesundheit und Ihre Nachtruhe“, so der Untertext.

Mit dem Hinweis auf ein Tucholsky-Zitat „Satire darf alles“ hat Bürgerforum-Chef Matthias Raith das Wanted-Plakat persönlich verschickt. Entdeckt haben will das Pamphlet Matthias Strehlke, Vorstandsmitglied im Bürgerforum, zuvor im Internet.

Einen Tag später distanzierte sich Raith vom Inhalt. Er hat offenbar viel Kritik auch aus den eigenen Reihen erfahren und rudert zurück. „Satire darf ätzend sein, aber das ist nicht gut“, sagt er im WAZ-Gespräch. Diese Art der Auseinandersetzung entspreche nicht dem Stil des Bürgerforums. Verschickt habe er das Flugblatt, „um den Betroffenen zu zeigen, was nach den Verhandlungen in Berlin im Netz kursiere“.

Bei Porträtierten sorgt das Blatt für Betroffenheit. So spricht Bürgermeister Roland von einem „bemerkenswerten Niveau der Auseinandersetzung, das am Ende nicht ohne Gefahr ist“, weil ein Zusammenhang mit dem bewaffneten Schwerverbrecher und Mörder hergestellt werde. Peter Breßer-Barnebeck empfindet es als schwer erträglich, „wenn Kapitalverbrechen in dieser Weise verharmlost werden“.

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