Gefahren aus dem Schornstein: Tipps für Kaminofen-Besitzer

Solche Dohlennester müssen von Schornsteinfegern aus Kaminen entfernt werden.
Solche Dohlennester müssen von Schornsteinfegern aus Kaminen entfernt werden.
Foto: NRZ
Am Samstag erlitt ein Gladbecker Ehepaar eine starke Kohlenmonoxid-Vergiftung. Das Gas strömte aus dem Schornstein zurück ins Haus. Diese Katastrophe hätte auch tödlich enden können. Doch wie kann diese Gefahr verhindert werden? Die WAZ fragte bei Schornsteinfegermeister Markus Augustin nach.

Gladbeck.  Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung hat einem Ehepaar aus Schultendorf fast das Leben gekostet. Wie berichtet, strömte das geruchlose, tödliche Gas am Samstagmorgen aus dem Schonstein in die Wohnräume zurück. In letzter Minute konnte die Feuerwehr die Bewohner aus ihrem Haus an der Schultenstraße retten. Doch wie lässt sich solch eine Gefahr erkennen und verhindern? Die WAZ fragte nach und sprach mit dem Gladbecker Schornsteinfegermeister Markus Augustin.

Warnmelder installieren

Sein erster wichtiger Ratschlag: Jeder Kaminofen-Besitzer sollte einen Kohlenmonoxid-Warnmelder im Wohnraum installieren. „Ein CO-Warnmelder kostet zwischen 40 und 60 Euro. Man hängt ihn in der Nähe der Feuerstelle auf.“ Das Gerät sollte dabei auf Mundhöhe angebracht werden. Sollte Kohlenstoffmonoxid in den Wohnraum strömen, warnt der Melder die Hausbewohner vor der tödlichen Falle.

Gefahr im September

Der Schornsteinfegermeister war am Samstag als Fachmann zum Unfallort an der Schultenstraße gerufen worden. Er stellte fest, dass der Schornstein nicht verstopft war. Trotzdem konnten die Abgase nicht abziehen. Die Erklärung: „Besonders im September ist das eine große Gefahr: Die Schornsteine sind von innen noch kalt, draußen ist es mit 15 bis 18 Grad wärmer“, so Augustin. Die Folge: Die Luft wird nach unten gedrückt und der Rauch kann nicht abziehen. Das giftige Kohlenmonoxid verbreitet sich im Innern des Hauses. So geschah es auch in Schultendorf.

Schornstein anheizen!

Gelöst werden kann dieses Problem, indem der Schornstein angeheizt und auf seine Betriebstemperatur gebracht wird: „Oma und Opa wussten schon: Wir müssen die Hexe aus dem Schornstein treiben. Das heißt, zuerst muss im Schornstein ein Feuer gemacht werden, bevor die Heizung angemacht werden kann“, so Augustin. Im erwärmten Schonstein kann der Rauch nach oben abziehen.

Weitere Gefahrenquellen

Ein Hindernis für den Rauchabzug können auch Verstopfungen im Schornstein sein, wie beispielsweise ein Dohlennest. Aber auch Undichtigkeiten oder Risse im Stein sind Gefahren.

Abnahme Ofen

Bevor der Ofen in Betrieb genommen wird, machen Schornsteinfeger die Abnahme und erklären den Besitzern, wie man richtig heizt oder wie die Asche entsorgt wird. Eine lebenswichtige Aufgabe, die Unglücke verhindern kann.

 
 

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