Ganztag und Musikschule werden teurer

Marcus Esser
Rund 40 Prozent der Gladbecker Grundschüler nutzen das Angebot der offenen Ganztagsschule mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung
Rund 40 Prozent der Gladbecker Grundschüler nutzen das Angebot der offenen Ganztagsschule mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung
Foto: Franz Meinert
  • Der Schulausschuss beschließt, die Elternbeiträge und die Entgelte moderat anzuheben
  • CDU und Linke kritisieren die Mehrbelastung, besonders für einkommensschwache Familien
  • Insgesamt sollen so Mehreinnahmen von 27 000 Euro zur Entlastung des Haushaltes erzielt werden

Gladbeck.  Die Stadt dreht weiter an der Gebührenschraube. Im Rahmen des Haushaltssanierungsplanes setzt sie ihre Einsparpläne auch im Bildungs- und Erziehungsbereich fort. Als Ergebnis werden moderat die Entgelte für die Musikschule zum Jahreswechsel und die Elternbeiträge für die Offene Ganztagsbetreuung (OGS) zu den Sommerferien 2017 angehoben.

Die Mehrbelastung für die Familien stieß auf Protest der CDU, die, wie die Linke, die im Schulausschuss jetzt diskutierte Anhebung ablehnt. Gerade mit Blick auf das Prädikat der Kommune als familienfreundliche Stadt habe die CDU „mit den immer weiter steigenden Elternbeiträgen ein Problem“, so Stadtverbandsvorsitzender Dietmar Drosdzol. Gerade die Schwellenhaushalte, diejenigen mit einem geringen Einkommen knapp über der Befreiungsgrenze, würden im Verhältnis „immer mehr belastet“. Man bitte daher die Verwaltung, die hier beabsichtigten Mehreinnahmen aus anderen Bereichen zu erzielen. Für die OGS sollen mit der Erhöhung 16 000 Euro, für die Musikschule 11 000 Euro zusammenkommen, um den Haushalt zu entlasten.

Hauptlast tragen Besserverdienende

Die Bitte der CDU lehnte der Sprecher der SPD im Schulausschuss, Ratsherr Volker Musiol, ab. Es führe „kein Weg an einer moderaten Erhöhung“ im Rahmen des Stärkungspaktes zur Haushaltssicherung vorbei. Zudem seien die geplanten Anhebungen, einkommensgestaffelt von einem bis zu zehn Euro für die OGS und 50 Cent bis vier Euro für die Musikschulangebote, familienfreundlich. Dies gerade auch, weil festgelegt worden sei, dass die Hauptlast von besser verdienenden Haushalten getragen werde.

„Diese Ausgewogenheit“ lobte auch Sebastian Steinzen (FDP/DSL). Er sehe sich von der CDU „enttäuscht“, der er vorwarf, sich mit ihrer Entscheidung „zu billig aus der Verantwortung zu stehlen“.

42 Prozent der Eltern von Beiträgen befreit

Michael Dahmen, Sprecher der CDU im Schulausschuss, sah das selbstverständlich anders. Man müsse die steten, über die letzten zehn Jahre erfolgten Erhöhungen sehen, die „in Summe“ eine Mehrbelastung von 25 bis mehr als 35 Prozent für die Eltern ausmachten. Was dann nicht mehr moderat, sondern „eine ganze Menge“ sei.

Schuldezernent Rainer Weichelt verwies darauf, dass durch Sozialtarife bei den Entgelten oder komplette Gebührenbefreiung für untere Einkommen familienfreundlich gehandelt werde. So seien von den rund 1000 Kindern, die in Gladbeck das OGS-Angebot nutzten, 42 Prozent der Eltern von Beiträgen gänzlich befreit. Die Gebühren- und Entgelterhöhungen für die OGS und die Musikschule wurden letztlich mehrheitlich vom Schulausschuss beschlossen.