Fünf „Aufklärer“ für die Arbeit an den Schulen gibt es schon

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Ehrenamtliche aus der Szene sollen an Schulen für Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben und Transsexuellen werden. Das ist Ziel der Gruppe, die es seit Mitte 2013 gibt. Jugendamt fördert das Netzwerk.

Gladbeck..  Sexuell anders sein. Lesbisch, homosexuell, bi. Oder die Überzeugung zu haben, nur in einem anderen Körper mit einem anderen Geschlecht glücklich leben zu können. Die Gefühlswelt der Menschen, sie ist so bunt wie der Regenbogen. Kindern und Jugendlichen diesen Toleranz-Gedanken zu vermitteln – das Ziel hat sich die SchLAu-Gruppe Gladbeck gesetzt. Gar nicht so einfach im kleinen Städtchen, in dem es keine Schwulen- und Lesben-Szene gibt. Um so beachtlicher, was Psychologin Diana Janknecht seit Gründung der SchLAu-Gruppe Mitte 2013 schon alles bewegt hat. Im Jugendhilfeausschuss berichtete die junge Psychologin über das bereits Erreichte und die nächsten Schritte.

16 SchLAu-Teams gibt’s in NRW. Im Kreis Recklinghausen steht Gladbeck mit einer Gruppe noch alleine da. Aufgabe der Netzwerkarbeit ist es, durch Infoarbeit an den Schulen klar zu machen, das es völlig normal ist sexuell „anders“ zu sein, so für Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben und Trans*-Menschen zu werben. Das Sternchen hinter dem Wort Trans, klärte Diana Janknecht die Ausschussmitglieder erst einmal auf, steht für -sexuell und -gender. „Es gibt nämlich nicht nur die Menschen, die sich operieren lassen, sondern auch die, denen es reicht die andere Geschlechterrolle zu leben ohne ihren Körper verändern zu wollen.“

In Gladbeck ist das SchLAu-Projekt mit einer Anstoß-Finanzierung von 6000 Euro aus dem Topf vom Bündnis für Familie auf den Weg gebracht worden, künftig will das Jugendamt das Projekt finanzieren. So wird die 400-Euro-Stelle von Psychologin Diana Janknecht ermöglicht. Anlaufstelle ist das Maxus an der Erlenstraße. Von dort aus hat Janknecht begonnen, ihr Netzwerk zu knüpfen. Ziel: Ehrenamtliche zu finden, die die SchLAu-Arbeit an den Schulen übernehmen wollen. „Wer mitarbeiten will, muss sich auf jeden Fall schon geoutet haben. Und der Betreffende sollte auch tough sein, denn da können auch mal beinharte Fragen kommen“, erklärt die junge Psychologin. Vor einer Schulklasse über seine Sexualität zu reden, sich auch Fragen zu Aids oder Sex-Praktiken zu stellen, das ist nicht jedermanns oder -fraus Sache. Wer den Schritt aber wagen will, der wird in einer speziellen SchLAu-Schulung auf die Workshops vorbereitet.

Fünf „Aufklärer“, sagt Diana Janknecht nicht ohne stolz, hat sie schon zur Mitarbeit gewonnen. Drei Männer und zwei Frauen. In einem zweiten Schritt soll nun an den Schulen für das SchLAu-Projekt geworben werden. Diana Janknecht: „Wir müssen einfach fester Bestandteil der sexualpädagogischen Arbeit an den Schulen werden.“

 
 

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