Frische Brise für die Windkraft auf der Mottbruchhalde

So sieht es auf dem Top der Mottbruchhalde aus. Vom Vulkankegel mit Amphitheater, wie einst geplant, ist die Gestaltung weit entfernt.
So sieht es auf dem Top der Mottbruchhalde aus. Vom Vulkankegel mit Amphitheater, wie einst geplant, ist die Gestaltung weit entfernt.
Foto: WAZ FotoPool
Eine Windenergieanlage auf Gladbecks größter Halde – der Planungsausschuss berät jedenfalls einen Wettbewerb, der dies möglich machen könnte.

Gladbeck..  Seit eineinhalb Jahren werden keine Berge mehr geschüttet, und seit einem halben Jahr wird politisch nicht mehr drüber geredet: Jetzt aber kommt Bewegung ins Thema „Endgestaltung Mottbruchhalde“. Nächste Woche wird der Planungsausschuss das lang erwartete Werkstattverfahren anstoßen, bei dem Landschaftsarchitekten Ideen für die Haldennutzung entwickeln sollen. Dabei kommt eine frische Brise beim Thema Windkraft auf.

Und das, obwohl die Ruhrkohle AG (RAG) samt ihrer Tochter RAG Montan Immobilien GmbH, die lange großes Interesse an zwei Windrädern hatte, aus dem Projekt ausgestiegen ist. „Wir haben das jahrelang versucht, das ist in Gladbeck aber politisch ein zu schwieriges Feld, wir haben uns zwischenzeitlich woanders engagiert“, so RAG-Montan-Sprecher Stephan Conrad.

Auch die RAG, Noch-Eigentümer der Halde, will das Thema nun offenbar zügig und einvernehmlich vom Tisch haben und strebt eine Lösung an, „die alle zufriedenstellt“. Dazu beteiligt sie sich auch mit 30 000 Euro am Werkstattverfahren. „Wir stehlen uns nicht aus der Verantwortung“, so RAG-Sprecher Alfred Ludwig.

Nach wie vor Interesse an einer Windkraftnutzung auf der Mottbruchhalde hat dagegen der Essener Energieerzeuger Steag AG. Er ist federführend in der eigens für die Mottbruchhalde gegründeten „Gladbeck-Wind GmbH“. „Die Halde ist ein attraktiver Windstandort, und die Stadt Gladbeck hat im November 2014 ihre Offenheit für überzeugende Lösungen mit Windkraftanlagen geäußert“, so Steag-Sprecher Dr. Jürgen Fröhlich.

Aus Sicht der Steag ließen sich auf der Halde zwei Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von zusammen rund 6 MW bauen. Die Stadt würde dabei von Gewerbesteuereinnahmen von jährlich 40 000 Euro profitieren, so Fröhlich. Derzeit überlege man bei der Steag, sich an dem Werkstattverfahren zu beteiligen. „Hierzu sind wir in Gesprächen mit der Stadt.“

Für die Stadt muss die Gesamtkonzeption stimmen

Die wiederum betont, dass bei einer „überzeugenden gestalterischen Gesamtkonzeption“ (wichtig dabei: Freizeitnutzung und Attraktivität) auch die Windkraft eine Chance habe. „Wenn das passt, wird die Stadt, wie im November im Hauptausschuss beschlossen, ihren Standpunkt überdenken“, so Peter Breßer-Barnebeck, Chef der städtischen Kommunikation. Stand der Dinge ist seit drei Jahren: Die Braucker Halden sind keine offiziellen Standorte für Windräder. SPD-Fraktionschef Michael Hübner, der die Windkraft im November wieder ins Spiel brachte: „Das wird ein ergebnisoffenes Verfahren, wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraft.“

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