Französisches Orchester begeistert beim Konzert in Gladbeck

Anlässlich der 50-Jahr-Feier der Städtepartnerschaft zwischen Gladbeck und Marcq-en-Baroeul fand im Heisenberg-Forum ein Konzert des französischen Orchesters Arcangelo statt.
Anlässlich der 50-Jahr-Feier der Städtepartnerschaft zwischen Gladbeck und Marcq-en-Baroeul fand im Heisenberg-Forum ein Konzert des französischen Orchesters Arcangelo statt.
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck..  Einen Tag nach dem Europatag entführte das Streichorchester „Arcangelo“ aus Marcq-en-Baroeul seine Zuhörer auf eine musikalische Reise von Italien über Österreich und Frankreich bis nach England und Norwegen. Das Kammerorchester Gladbeck e.V. hatte die 18 Musiker aus der französischen Partnerstadt zum 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zu dem musikalischen Austausch eingeladen.

Die noch junge Orchesterfreundschaft ist für Joachim Böckmann eine wichtige Note: „In Zeiten der zunehmenden Radikalisierung in vielen europäischen Ländern hilft nur der Austausch zwischen den Menschen“, so der erste Vorsitzende des Kammerorchesters. Zusammen mit Cellist Heiner Menning organisierte er das dritte Konzert des französischen Orchesters in Gladbeck seit 2010.

Flink und furios oder flüsternd und verhalten – die Präzision und Dynamik, mit der die Musiker ihrer Dirigentin Anne Christine Leuridan folgten, sorgte bei ihren Freunden aus Gladbeck für Begeisterung. Mit weichem Ton und präzisen Läufen leiteten Perrine Delecour, Clémentine Godbille, Diana Rasolonirina und Simon Ledez den Abend mit Antonio Vivaldis „Konzert für vier Violinen“ ein, bevor das Orchester mit tänzerischer Leichtigkeit Wolfgang Amadeus Mozarts „Divertimento KV 136“ vorstellte.

Ein Höhepunkt war die „Passion amoureuse“ von Giovanni Bottesini, einem italienischen Kontrabass-Virtuosen des 19. Jahrhunderts. Bérengère Scheppler und Julien Surmont bewiesen mit virtuosen Kapriolen ihrer Hände auf den langen Griffbrettern ihrer Kontrabässe die Soloqualität eines Instruments, das oft auf seine Funktion als Fundament eines Orchesters reduziert wird. Nach einem melodischen Frage-Antwort-Spiel fanden die beiden Solisten zu einem leidenschaftlichen Noten-Tanz zusammen, der Pausengespräch Nr. 1 wurde.

Wie Luftblasen zur Wasseroberfläche perlten im Anschluss die Harfentöne unter Céline Haquettes elegantem Fingerspiel, die gefühlvoll von den Streichern bei Claude Débussys „Danse sacrée et danse profane“ begleitet wurde. Den Schluss bildete Benjamin Brittens „Simple Symphonie“, in der sich – gar nicht so simpel – fugenartige Passagen mit eingängigen Melodiefragmenten abwechselten. Stürmischer Applaus forderte die Musiker zu einer – dem Kammerorchester aus eigener Erfahrung bekannten – Zugabe auf: das melodisch-furios vorgetragene Präludium der Holberg-Suite von Edvard Grieg. Leuridan und ihre Musiker teilten die Freude der Gladbecker: „Wir sind sehr froh hier zu sein, es ist immer so ein herzliches Willkommen!“

Am Tag nach dem Konzert probten beide Orchester übrigens für ihr gemeinsames Jubiläumskonzert zur Saint-Vincent d’Automne am 20. September 2014 in Marcq-en-Baroeul.

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